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	<title>slow media &#187; Blogs</title>
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	<description>Das Blog über Slow Media - &#60;a href=&#34;http://slow-media.net/manifest&#34;&#62;Was sind Slow Media?&#60;/a&#62;</description>
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		<title>Datenhöflichkeit</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 09:12:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jbenno</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Hof Ludwigs XVI. gilt als Extase der Höflichkeit. Esprit, der Witz und das höfische Auftreten waren in nie wieder erreichtem Maße übertrieben worden. Das Ende: der Terror &#8211; die unhöflichste aller möglichen Formen menschlichen Zusammenlebens &#8220;Privacy invasion is now one of our biggest knowledge industries.&#8221; &#8220;The more the data banks record about us, the [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left;padding-right:10px;padding-bottom:10px;" width="45%">
<tr>
<td><a href="/wp-content/uploads/Hinrichtung_Ludwig_des_XVI.png"><img title="Hinrichtung Ludwigs XVI." alt="Hinrichtung Ludwigs XVI" width="100%" src="/wp-content/uploads/Hinrichtung_Ludwig_des_XVI.png"></a></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Der Hof Ludwigs XVI. gilt als Extase der Höflichkeit. Esprit, der Witz und das höfische Auftreten waren in nie wieder erreichtem Maße übertrieben worden. Das Ende: der Terror &#8211; die unhöflichste aller möglichen Formen menschlichen Zusammenlebens</td>
<tr></table>
<p><em>&#8220;Privacy invasion is now one of our biggest knowledge industries.&#8221;<br />
&#8220;The more the data banks record about us, the less we exist.&#8221;</em><br />
<small>Marshall McLuhan</small></p>
<p><em>&#8220;Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.&#8221;</em><br />
<small>Immanuel Kant</small></p>
<blockquote><p>&#8220;Being socially exposed is OK when you hold a lot of privilege, when people cannot hold meaningful power over you, or when you can route around such efforts. Such is the life of most of the tech geeks living in Silicon Valley. But I spend all of my time with teenagers, one of the most vulnerable populations because of their lack of agency (let alone rights). [...] The odd thing about forced exposure is that it creates a scenario where everyone is a potential celebrity, forced into approaching every public interaction with the imagined costs of all future interpretations of that ephemeral situation. &#8220;</p></blockquote>
<p>Diese Sorge teile ich voll und ganz mit <a href="http://www.zephoria.org/thoughts/archives/2008/02/04/just_because_we.html">danah boyd</a>. Üblicher Weise wird den Kindern und Jugendlichen geraten, sich &#8220;vor den Gefahren des Internet&#8221; in Acht zu nehmen. Aber was heißt das? Sollen sie sich vom Austausch mit anderen auf Facebook fernhalten? Und wie sollte ein Jugendlicher seinen Altersgenossen oder Freunden verbieten, Fotos zu posten, auf denen er vielleicht zu sehen wäre? (Die Option, ungewollte Fotos über die Eltern &#8220;klären zu lassen&#8221; besteht im wahren Leben nicht wirklich &#8211; von krassen Verunglimpfungen oder Mobbing vielleicht abgesehen).</p>
<p>Wir haben keine Wahl. Entweder wir gelten als Sonderlinge, gar als Ludditen, oder wir werden einen breite Spur von Daten in der Welt zurücklassen. Mit der Zeit entsteht durch unser Verhalten im Netz ein Abbild unserer selbst, eine Projektion in die Datenwelt. Dieses Bild von uns liegt mehr oder weniger offen zu Tage. Und viele heimliche bis unheimliche Gesellen blicken uns im geheimen durch den Spiegel der Daten in unser Leben &#8211; Google, Facebook, Targetingsysteme und Shop-Empfehlungsmaschinen und schließlich auch die staatlichen Sicherheitsdienste, die hinter den Datengardinen auf unsere Verfehlungen lauern.</p>
<p>Aber die Indiskretion ist nicht auf professionelle Datenkraken beschränkt. Die Profile mit unseren persönlichen Informationen, unsere Posts, unsere Check-Ins &#8211; alles kann sich jeder, der möchte, ansehen. Und zum Teil wollen wir das ja auch: selbstverständlich freue ich mich über Leute, die mir auf Twitter folgen und ich habe einige meiner besten Freunde in Social Networks kennengelernt. Social Media funktionieren über Authentizität &#8211; diese Phrase ist schon so oft gesagt und geschrieben worden, dass sie vollkommen schal daherkommt! Aber es stimmt: wenn wir nicht offen sind, tatsächlich über <em>uns selbst</em> sprechen, werden wir kaum Kontakt zu anderen schließen. Es ist Teil der <em>Kultur</em> in Social Media (wie auch sonst im sozialen Leben), Dinge über uns preiszugeben, obwohl diese von anderen auch <em>gegen</em> uns verwendet werden könnten. Ich habe zum Beispiel zwischen Weihnachten und Neujahr an mindestens fünf Tagen über Wein (seltener Bier oder andere alkoholische Getränke) geschrieben. Natürlich möchte ich, dass Leute, die sich für mich interessieren, dies auch lesen können, wenn sie wollen. Wie wäre es aber, wenn jemand einen &#8220;Jörg trinkt&#8221;-Bot einrichten würde, der eine Statistik über meine Wein-Tweets führt uns publik macht? Aus dem Kontext gerissen würden meine Wein-Tweets ein ganz und gar ungünstiges Bild von mir zeichnen. (Das Beispiel verdanke ich Benedikt).</p>
<p>Nach meiner persönlichen Erfahrung ist der Schaden, sind die Kränkungen, die durch &#8220;manuellen&#8221; Datenzugriff an uns entstehen wesentlich schwerwiegender, als das professionelle Analysieren der Daten-Kraken zu kommerziellen Zwecken. Und während bei diesen sich Datenschutz und Persönlichkeitsrechte juristisch fassen und häufig, z.B. via &#8216;Unlauterer Wettbewerb&#8217; sogar durchsetzen lassen, sind Übergriffe auf Daten durch Einzelne kaum sinnvoll durch Gesetze zu regeln. Wo fängt der Stalker an, wo die Beleidigung oder üble Nachrede? Und schon gar nicht gut ist es, wenn das Opfer sich wehren muss &#8211; der &#8216;Streisand-Effekt&#8217;, Hohn und Spott über jemand der eben &#8216;die Regeln nicht versteht&#8217; und so dumm ist, sich auch noch zu widersetzen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Es haben ja eh schon xyz viele Leute gesehen, also mache ich es mal ganz öffentlich ist nunja, ein blödes Argument.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="https://twitter.com/#!/die_sylvi/status/154178799586656256">twittert </a>Sylvia Poßenau und das klingt fast wie die Übersetzung des Kernsatzes aus danah boyds Essay:</p>
<blockquote><p>&#8220;Just because people can profile, stereotype, and label people doesn’t mean that they should.&#8221;</p></blockquote>
<p>Aber was soll/darf &#8220;man&#8221; mit den Daten? Wo ist die Grenze?<br />
Die Antwort liefert Sylvia Poßenau gleich mit: <em><b>Datenhöflichkeit</b></em>.</p>
<p>Höflichkeit ist eine kulturelle Technik, um Distanz zu wahren. Wir sind höflich, um unseren Abstand zu anderen zu organisieren und ihnen nicht zu nahe zu kommen.Höflich ist man durch Einhalten von Grenzen, die nicht durch Gesetze oder anders verschriftlichte Regeln definiert sind, sondern durch ein <em>Verständnis</em>, durch <em>Achtung</em> und <em>Respekt</em> dem anderen gegenüber. Höflichkeit ist der Esprit de Conduite, der gute Geist des Verhaltens. Was in Antike und Mittelalter als religiöse oder untertänige Pflicht erklärt wurde, erlebt in der Aufklärung seine philosophische Entfaltung. War dieser <em>Esprit</em> am Hofe Ludwigs XIV. noch Teil der Machtausübung des erstarkenden Königs gegen die schwächer werdenden Fürsten, wird er nach der französischen Revolution zu einem bürgerlichen Gut. Und die Maximen zum guten Handeln, die Kant für die Menschenwürde formuliert, werden schließlich von Adolph von Knigge in seinem Ratgeber &#8220;Über den Umgang mit Menschen&#8221; zu Handlungsempfehlungen für den Alltag.</p>
<p>Noch vor der Erfindung des Web hatte die Community der ersten User im Internet die <a href="http://tools.ietf.org/html/rfc1855">Netiquette </a>formuliert. &#8220;When someone makes a mistake – whether it&#8217;s a spelling error or a spelling flame, a stupid question or an unnecessarily long answer – be kind about it.&#8221; &#8211; Höflichkeit ist schon damals, neben den Ratschlägen zur technischen Klarheit &#8211; das Thema gewesen.</p>
<p>&#8220;Gar zu leicht missbrauchen oder vernachlässigen uns die Menschen, sobald wir mit ihnen in einem vollkommen vertraulichen Tone verkehren. Um angenehm zu leben, muss man fast immer als ein Fremder unter den Leuten erscheinen.&#8221; warnt Knigge. Und auch sonst scheinen mir die Kultur der Höflichkeit des 19. Jahrhunderts für unsere Epoche der Post-Privacy durchaus angemessen. Höflichkeit ist Kultur. Kultiviert bedeutet <em>gepflegt</em>. Es ist wirklich Zeit für einen pfleglichen Umgang mit unseren Daten, die doch so eng mit uns persönlich zusammenhängen. Zeit für Datenhöflichkeit.</p>
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		<title>Die memetische Geste: &#8220;Ich höre dir zu&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 31 May 2011 14:32:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabria david</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der &#8220;memetic turn&#8221;: Ein  schönes Grundkonstrukt, ein neuer Gedanke, der sich in den Beiträgen der letzten Tagen auf diesem Blog aufgefächert hat. Wir nähern uns dem Begriff, wir kreisen ihn ein. Mischen Flüssigkeiten und Ingredienzen, lösen und fügen Festkörper und Schwebeteilchen. Wer weiß, was in einem solchen Kessel entsteht. Was bedeutet es eigentlich, Meme auszutauschen? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.zeno.org/Kunstwerke/B/Burgkmair+d.+%C3%84.,+Hans%3A+Eingeborene+in+Arabien+und+Indien?hl=hl10478b"><img class="aligncenter size-full wp-image-4303" title="MamaHe Burgkmair" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/MamaHe-Burgkmair.jpg" alt="" width="489" height="436" /></a></p>
<p>Der &#8220;memetic turn&#8221;: Ein  schönes Grundkonstrukt, ein neuer Gedanke, der sich in den Beiträgen der letzten Tagen auf diesem Blog aufgefächert hat. Wir nähern uns dem Begriff, wir kreisen ihn ein. Mischen Flüssigkeiten und Ingredienzen, lösen und fügen Festkörper und Schwebeteilchen. Wer weiß, was in einem solchen Kessel entsteht.</p>
<p>Was bedeutet es eigentlich, Meme auszutauschen? Das habe ich mich gestern morgen gefragt und die Antwort hat mich selbst überrascht, obwohl sie eigentlich ganz einfach klingt.</p>
<p>Meme auszutauschen bedeutet, sich gegenseitig zu signalisieren:  &#8220;<strong>Ich höre dir zu</strong>.&#8221; Eingedenk der Etymologie, die zwischen dem grch. &#8220;Mneme&#8221; (Erinnerung) und dem französischen &#8220;même&#8221; (gleich) changiert &#8211; auch: &#8220;Ich erinnere mich an dich&#8221;, &#8220;Es gibt etwas Gleiches zwischen uns&#8221; und &#8220;Ich verbinde mit dir etwas&#8221;.</p>
<p>Das ist der neue Kitt der Gemeinschaften, von dem auch bei Jörg die Rede war. Es ist <strong>die Kommunikation selbst</strong>, die Gemeinschaft und Identität stiftet. Natürlich wurden Gesellschaften immer schon über Kommunikation zusammengehalten. Aber jetzt <strong>schafft </strong>die Kommunikation Gemeinschaften. Ist es das, was an memetischen Gemeinschaften neu ist?</p>
<p>Meme <a href="http://www.slow-media.net/memetic-chic-%E2%80%93-revolution-und-struktur-nach-dem-ende-der-moderne">zersetzen</a> die Gesellschaft &#8211; so lautet die vielleicht zunächst irritierende Aussage von Benedikt. Jörg spricht von einer &#8220;<a href="http://www.slow-media.net/memetic-turn">Korrosion</a>&#8220;. Das Zersetzende an Memen ist, dass sie über bestehende gesellschaftliche Strukturen hinweggehen und neue Zusammengehörigkeiten, Zusammenhänge und neue Strukturen schaffen. Dynamische, sich verändernde, wabernde Strukturen. Vielleicht sogar gar keine Strukturen, sondern nur noch Gewebe, wie Benedikt in seiner Antwort auf den <a href="http://www.slow-media.net/alles-fliest-uber-statisten-und-blutwunder">Thixotropie</a>-Beitrag gemutmaßt hat.</p>
<p>Das Ich-höre-dir-zu des memetischen Handelns hat eine <strong>zutiefst politische Dimension</strong>. Das Nichtgehörtwerden und Keinestimmehaben gehörte lange zum Los der gesellschaftlichen Mehrheit &#8211; in allen unterschiedlichen Ausprägungen, die zwischen Demokratien und autokratischen Systemen möglich sind. Es scheint, dass sich in diesem Punkt gerade etwas ändert.</p>
<p>Womit wir bei den maghrebinisch-maurisch-spanischen Revolutionen wären. Man kann diese nicht alle in einen Topf werfen &#8211; auch nicht in unseren Theorienkessel &#8211; aber seit einiger Zeit fällt mir ein Muster auf: Kurz vor Ausbruch der Unruhen gibt es einen Moment, an dem die jeweiligen Machthaber hätten das weitere Geschehen beeinflussen können &#8211; durch schlichtes Zuhören und Reagieren auf das Gehörte.</p>
<p>Die &#8220;Revolutionen&#8221; entstanden nicht aus dem Nichts, es braute sich der Unmut über Monate, manchmal Jahre hinweg zusammen, bis schließlich aus Unbehagen die vielzitierte Empörung wurde. Und es hätte durchaus Gelegenheiten gegeben, darauf zu reagieren.</p>
<p>Wael Ghonim, die Orientierungsfigur der ägyptischen Revolution, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=SWvJxasiSZ8">berichtet</a> auf der TED-Konferenz 2011 von diesen Anfängen. Über die Facebookseite &#8220;We all are Khaled Said&#8221; fanden innerhalb weniger Tage Tausende von Ägyptern zusammen, die ihr Regime aufforderten, rechtstaatlich zu handeln und die Mörder des Bloggers Said zur Verantwortung zu ziehen. &#8220;Angry egyptians who were asking the ministry of interior affairs: It&#8217;s enough!&#8221; Zu diesem Zeitpunkt hätten das Regime noch reagieren und handeln können. <strong>&#8220;But of course they don&#8217;t listen&#8221;</strong>, fährt Ghonim nahtlos fort (min 4:20). Alte Strukturen sind nicht reaktionsfähig. Die Ägypter haben daraus ihre Konsequenzen gezogen.</p>
<p>Am 6. Februar, elf Tage vor Beginn des libyschen Aufstands, wurde eine Delegation von vier Intellektuellen in Gadhafis Zelt vorgeladen<a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-03/gadhafi-bengasi-uebergangs-rat"></a>.  Ben Ali war schon im Ausland, Mubarak sollte fünf Tage später aufgeben.  &#8220;Ihr seid jetzt also auch mit den Facebook-Kids zusammen&#8221;, begrüßte  Gaddafi sie, offenbar bemerkend, dass da etwas im Busche sein könnte. Doch obwohl er selbst der Meinung ist, Mubarak und Ben Ali hätten ihr Schicksal verdient, weil sie  nicht auf ihr Volk gehört hätten, kann auch er nicht entsprechend handeln. Als die vier Juristen  &#8220;Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und eine Verfassung&#8221; und mehr  Beteilung der jungen Generation fordern, reagiert er &#8220;verwundert&#8221; und  weist die Forderungen weit von sich. &#8220;Niemand in Libyen sei scharf auf  derartigen Freiheiten, <strong>solche intellektuellen Diskussionen seien nicht  gefragt</strong><em>.</em>&#8221; Er hatte zwar zugehört, traute aber offenbar seinen Ohren nicht und ließ die Gelegenheit ungenutzt. Die Delegation fuhr schweigend nach Hause und beschloss für den 17. Februar  den &#8220;Tag des Zorns&#8221; auszurufen (Quelle: <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-03/gadhafi-bengasi-uebergangs-rat">ZEIT</a>).</p>
<p>Bernardo Gutiérrez<a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/yes-we-camp/4228640.html"> berichtet</a> kürzlich im Tagesspiegel über die gesellschaftlichen Vorbeben in Spanien, die in direktem Zusammenhang mit der Banken- und Schuldenkrise des Landes steht. Auch hier gab es vorher Kontaktaufnahmen, Ermahnungen, Aufrufe. &#8220;Es braute sich etwas zusammen.&#8221; Doch offenbar wurden diese Anzeichen ignoriert, das alte Spiel in den alten Strukturen unverändert weiterbetrieben. &#8220;Die Arbeitslosigkeit stieg weiter, die Konzerne zahlten weiter astronomische Managergehälter. Dann präsentierten die Sozialisten und die Volkspartei ihre Kandidaten für die Regionalwahlen. Darunter: zahlreiche Politiker, die unter dem Verdacht standen, sich während des Immobilienbooms illegal bereichert zu haben.&#8221; Der Widerstand formierte sich. &#8220;Die Spanische Revolution klopfte laut an die Tür. Aber <strong>niemand schien sie hören zu wollen</strong>.&#8221; Noch hätte die spanische Regierung wohl reagieren können. Sie tat es nicht. Bis die Plattform „Democracia Real Ya“ zu Demonstrationen aufrief, mit bekanntem Ergebnis.</p>
<p>Einanderzuzuhören und Sich-Aufmerksamkeit-Schenken ist das, was memetische Gemeinschaften verbindet. Mich, die ich mich seit vielen Jahren mit den verschiedensten  Ausprägungen der Kommunikation befasse, hat dieser Gedanke sehr  berührt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Claus Kleber denkt Hajo Friedrichs neu</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Feb 2011 20:34:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabria david</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das heute journal des 13. Februar wurde moderiert von Claus Kleber.  Es war eine denkwürdige Ausgabe des täglichen Nachrichtenjournals des ZDF. Hier ist die Aufzeichnung der Sendung, die nur noch wenige Tage im Internet nachzuschauen sein wird. Es passiert dort ab min. 15.44 Folgendes: Nach den Nachrichten und dem Wetter kündigte der Moderator Claus Kleber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/claus-kleber.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-3791" title="claus kleber" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/claus-kleber.jpg" alt="" width="488" height="181" /></a></p>
<p>Das <em>heute journal </em>des 13. Februar wurde moderiert von Claus Kleber.  Es war eine denkwürdige Ausgabe des täglichen Nachrichtenjournals des ZDF. Hier ist die <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1259316/www.heute.de#/beitrag/video/1259316/ZDF-heute-journal-vom-13-Februar-2011">Aufzeichnung</a> der Sendung, die nur noch wenige Tage im Internet nachzuschauen sein wird.</p>
<p>Es passiert dort ab min. 15.44 Folgendes: Nach den Nachrichten und dem Wetter kündigte der Moderator Claus Kleber einen Rückblick auf die historische Woche in Ägypten an. Es folgt ein gut einminütiger chronologischer Rückblick auf die bekannten Ereignisse, untermalt mit Musik. Wie um die Emotionalität der Bild- und Tonsprache zu rechtfertigen, sagt Claus Kleber in der Abmoderation: &#8220;Es <em>war</em> eine emotionale Woche&#8221;. Und schließt einen bemerkenswerten Satz an:</p>
<blockquote><p>&#8220;Nehmen Sie es bitte als eine Verbeugung der Journalisten des Journals vor den Menschen, über die sie berichten durften.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Satz klingt wie eine Gebrauchsanweisung für das ungewöhnliche Format. Vielleicht ist er auch eine Gebrauchanweisung für eine neue Art von Journalismus. Er markiert eine Wende im Selbstverständnis der konventionellen Medien. Zwar ist es formal recht moderat gelöst &#8211; der Rückblick lief nach dem offiziellen Nachrichtenformat und ist eher der Form des Kommentars zuzurechnen als der eines Berichts. Aber dennoch tut Claus Kleber hier nicht Geringeres als offen das Diktum des Hanns Joachim Friedrichs zu hinterfragen. Dieser hatte den bisher als unumstößliche Orientierungsmarke für Journalisten geltenden Satz gesagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nun verneigt sich eine Redaktion in Respekt vor dem Sujet ihrer Berichterstattung &#8211; und hebt (wenn auch nur im Nachhinein) die Distanz zu der zu berichtenden Sache auf. Ich finde diesen Schritt des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preisträgers aus dem Jahr 2010 mutig und konsequent. Claus Kleber stößt damit eine Tür zu einem neuen Journalismus auf, der sich in Zukunft mit eben diesen Fragen befassen muss: Wie subjektiv darf Journalismus sein? Wieviel Mensch darf bzw. muss durch den Berichterstatter durchscheinen? Wie definieren wir Glaubwürdigkeit? Wie Objektivität? Gerade die Beteiligungsmedien des digitalen Raumes zwingen mit ihrer praktizierten (und zum Teil übers Ziel hinausschießenden) Teilhabe den Journalismus, sich diese Fragen neu zu stellen. Der Journalismus wird sich in Zukunft zwischen den Polen der Subjektivität und der Entfremdung neu verorten müssen. Ohne seine Ideale aufzugeben, aber diese vielleicht in neuem Licht betrachtend. &#8220;Rolle und Selbstverständnis des Journalismus&#8221; steht auf der Liste für unsere <a href="http://slow-media-institut.net/ausblick">Forschungsvorhaben</a> im Institut. Ich bin sehr gespannt darauf. Und es würde mich wirklich interessieren, welche Diskussionen der Entscheidung der heute journal-Redaktion vorausgegangen sind. Das waren bestimmt insgeheim Gespräche über die Zukunft des Journalismus.</p>
<p>.</p>
<p>Mehr zum Thema Subjektivität und Entfremdung im Journalismus in dem Beitrag &#8220;<a href="../uber-glaubwurdigkeit-schreiben-und-handeln">Über Glaubwürdigkeit, Schreiben und Handeln</a>&#8220;.</p>
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		<title>Ägypten und der Rest der Welt</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 21:27:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich weiß nicht, welche alten Reflexe mich am vergangenen Wochenende dazu bewegt haben, doch immer wieder durch die öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme und deutsche Nachrichten-Sender zu schalten. Völlig ungerührt vom historischen Geschehen im Maghreb wurde hier das traditionell nachrichtenfreie Wochenendprogrammschema samt Florian Silbereisen und Wintersport abgehakt (ähnlich stoisch übrigens wie Präsident Mubarak seine Regierungssimulation weiterführt). Das Fernsehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3696" class="wp-caption alignnone" style="width: 360px"><a href="http://gutjahr.biz/blog/2011/01/kairo/"><img class="size-medium wp-image-3696" title="revolution tag1waveheli" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/revolution-tag1waveheli-300x169.jpg" alt="" width="350" height="196" /></a><p class="wp-caption-text">Klassische Revolutionsikonografie. Foto: Richard Gutjahr</p></div>
<p>Ich weiß nicht, welche alten Reflexe mich am vergangenen Wochenende dazu bewegt haben, doch immer wieder durch die öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme und deutsche Nachrichten-Sender zu schalten. Völlig ungerührt vom historischen Geschehen im Maghreb wurde hier das traditionell nachrichtenfreie Wochenendprogrammschema samt Florian Silbereisen und Wintersport abgehakt (ähnlich stoisch übrigens wie Präsident Mubarak seine Regierungssimulation weiterführt). Das Fernsehen hätte bei mir wirklich eine Chance gehabt, als nationales Lagerfeuer in historischen Situationen. Aber während Ereignisse wie Schnee oder Hochwasser echte Sondersendungen wert sind, schafften es 100.000ende Ägypter, die ihr Leben für etwas riskieren, das möglicherweise Freiheit ist, nicht.</p>
<div id="attachment_3701" class="wp-caption alignnone" style="width: 318px"><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Eug%C3%A8ne_Delacroix_-_La_libert%C3%A9_guidant_le_peuple.jpg&amp;filetimestamp=20101124062240"><img class="size-medium wp-image-3701" title="757px-Eugène_Delacroix_-_La_liberté_guidant_le_peuple" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/757px-Eugène_Delacroix_-_La_liberté_guidant_le_peuple1-300x237.jpg" alt="" width="308" height="241" /></a><p class="wp-caption-text">Eugène Delacroix: La Liberté guidant le peuple</p></div>
<p>Stattdessen wurde fast nur während der schmalbegrenzten Norm-Nachrichten berichtet, und auch hier merkte man den Redaktionen geradezu an, wie verzweifelt sie nach &#8220;Relevanz&#8221; für die quotenrelevante Zielgruppe suchte (hier gilt offenbar der vermutete Zuschauerwunsch als Maßstab für Nachrichtentauglichkeit): Was an der Lage in Ägypten könnte den deutschen Zuschauer bloß interessieren? Und so wurde schamlos von der Lage an den ägyptischen Badestränden berichtet und von den möglichen Auswirkungen auf die deutsche Börse. Ich finde das noch heute beschämend. Das ist eine Beleidigung aller Zuschauer.</p>
<div id="attachment_3695" class="wp-caption alignnone" style="width: 293px"><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/Sonne-für-Kurzentschlossene.jpg"><img class="size-medium wp-image-3695" title="Sonne für Kurzentschlossene" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/Sonne-für-Kurzentschlossene-300x225.jpg" alt="" width="283" height="213" /></a><p class="wp-caption-text">Anzeige im &quot;Express&quot;, 30. Januar 2011</p></div>
<p>Ich sparte mir das dann und hielt es so, wie CNN mir ohnehin vorschlug: &#8220;stay with CNN&#8221;. Und mit dem englischen Al-Jazeera-Livestream. Und mit Twitteraccounts, die aus Ägypten berichteten. Und mit Richard Gutjahr. Der Nachrichtenmann des Bayrischen Rundfunks und Journalist reiste kurzentschlossen von Israel nach Kairo und berichtet per<a href="http://twitter.com/gutjahr"> Twitter</a> und auf seinem<a href="http://gutjahr.biz/blog/2011/02/kairo-millionen/"> Blog</a>. Alleine für die Fotos lohnt es sich, dort hinzusehen. Wer seinem Twitterstream folgt, weiß, dass er sich <a href="http://gutjahr.biz/blog/2010/08/g-19-shalom-israel-teil-2/">öfter</a> in Israel aufhält und so eine höchst interessante Perpektive auf die Entwicklungen hat: die hiesige und die dortige. Wer weiß, dass Ägypten und Israel Nachbarstaaten sind und ein wenig im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, muss zugeben, dass das ein Grund ist, da zuzuhören &#8211; trotz möglicher gleichzeitiger <a href="/selbstdarstellung-vs-reportage/">Selbstdarstellung</a>. Der eine hält es eben so, der andere<a href="http://twitter.com/helge_david/status/32405687757705216"> so</a>. Thomas Knüwer <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2011/02/unterstutzt-die-gutjahrs/">meint</a>, dass eine Unterstützung für die Roaminggebühren Richard Gutjahrs besser angelegtes Geld ist als GEZ-Gebühren. Ich bin nach den letzten Tagen geneigt, ihm zuzustimmen.</p>
<div id="attachment_3697" class="wp-caption alignnone" style="width: 329px"><a href="http://gutjahr.biz/blog/2011/01/kairo/"><img class="size-medium wp-image-3697" title="bewaffnet mit handytag1foto2" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/bewaffnet-mit-handytag1foto2-300x169.jpg" alt="" width="319" height="179" /></a><p class="wp-caption-text">Sie sind bewaffnet: mit Fotohandys. Foto: Richard Gutjahr</p></div>
<p>So schwerfällig sich die öffentlich-rechtlichen und privaten (ja, jetzt muss man es leider sagen: alten) Medien zeigen, so schnell und unbürokratisch handeln die neuen Medien: die Unternehmen Twitter, Google und SayNow legten kurzerhand eine Wochenendschicht ein und das Ergebnis war &#8220;<a href="http://goo.gl/2qYHP">speak2tweet</a>&#8220;: ein Service, der es jedem erlaubt, per Telefon Nachrichten auf Twitter zu veröffentlichen. Man wählt eine Telefonnummer, spricht seine Nachricht auf Band und diese wird unter dem Twitter-Account <a href="http://twitter.com/speak2tweet">http://twitter.com/speak2tweet</a> veröffentlich. Das verleiht den vom Internet abgeschnittenen Ägyptern im wahrsten Sinne des Wortes eine Stimme. Und so oft wir auf diesem Blog kritisch über Google berichtet haben (z.B. <a href="http://www.slow-media.net/alles-wird-highway">hier</a> und <a href="http://www.slow-media.net/openstreetmap">hier</a>): genau das ist es, was Medien können und auch tun sollten. Das ist wohltuend angesichts des Versagens klassischer Medien.</p>
<div id="attachment_3698" class="wp-caption alignnone" style="width: 328px"><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/bringback-tag1internet.jpg"><img class="size-medium wp-image-3698" title="bringback tag1internet" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/bringback-tag1internet-300x169.jpg" alt="" width="318" height="179" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Richard Gutjahr</p></div>
<p>Man mag einwenden, dass diese Stimmen subjektiv sind. Ja, das sind sie. Sie sind subjektiv. Und ja, Fakten sind wichtig, aber subjektive Eindrücke eben auch (ein schönes Beispiel aus dem österreichischen Fernsehen <a href="http://bit.ly/gxIjbF">hier</a>). Diese Eindrücke sind wichtig und informativ &#8211; nicht nur obwohl, sondern gerade <em>weil</em> sie subjektiv sind. Was zählen Fakten in diesen Zeiten? Die Fakten und verifizierten Informationen können wir in Ägypten derzeit in der offiziellen Presse und den Staatssendern nachlesen und ansehen: scheinbar aufrechte Ägypter demonstrieren für Mubarak, der Präsident hat die Sicherheitslage im Griff, der Vizepräsident ist bereits dabei, die geforderten Reformen anzuweisen  und auch sonst gibt es keinerlei Grund zur Unruhe. Das ist die offizielle Version derjenigen, die gewohnt sind, Fakten zu schaffen. Alles andere sei nur Hörensagen*, die Meinung Einzelner, Subjektivität.</p>
<p>Aber das ist genau da, wo grade Geschichte passiert.</p>
<p>__________________________________________</p>
<p>* Nachtrag: &#8220;Hütet euch vor <a href="http://www.faz.net/s/Rub87AD10DD0AE246EF840F23C9CBCBED2C/Doc~E31F1B36E12294AB38CCA6972EBE963A7~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Gerüchten</a> und hört auf die Stimme der Vernunft&#8221; heißt es in einer Propaganda-SMS, die zu verschicken die ägyptische Regierung Vodafone genötigt hat.</p>
<p>__________________________________________</p>
<p>Eine Auswertung dieser Situation und welche Rolle die Reaktionsfähigkeit für die Medienevolution hat, finden Sie nebenan auf dem <a href="http://slow-media-institut.net/reaktionsfahigkeit-und-medienevolution">Slow-Media-Institutsblog</a></p>
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		<title>Allgemeine Systemtheorie mit Quarktasche</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 21:55:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[A [...] central concept of the theory of communication and control is that of feedback. Ludwig von Bertalanffy, 1955 Auch am Sonntag hängt alles von allem ab. Zumindest ein bisschen. Der Spiegel schreibt über die Datensammelwut der Social Networks und trifft damit ganz genau den Punkt, an dem man bei der digitalen Avantgarde den &#8220;Internetausdrucker&#8221;-Reflex [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>A [...] central concept of the theory of communication<br />
and control </em><em>is that of feedback.</em></p>
<p style="text-align: right;">Ludwig von Bertalanffy, 1955</p>
<p>Auch am Sonntag hängt alles von allem ab. Zumindest ein bisschen. Der Spiegel schreibt über die <a href="http://www.spiegel.de/thema/facebook/">Datensammelwut der Social Networks</a> und trifft damit ganz genau den Punkt, an dem man bei der digitalen Avantgarde den &#8220;Internetausdrucker&#8221;-Reflex auslöst. Man muss nur die richtigen Begriffe verwenden und schon läuft die große Feedbackschleife an und produziert aufgeregte, schrille Blogantworten wie zum Beispiel den <a href="http://gutjahr.biz/blog/2011/01/doppelmoral-1-der-spiegel/">Beitrag</a> von Richard Gutjahr. Das wiederum wird, so könnte man mit Bertalanffy sagen (ich hätte auch Wiener oder so zitieren können, aber der Ludwig lag gerade auf dem Tisch), entweder dafür verwendet, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder einen Zustand zu stabilisieren (zum Beispiel das Geschäftsmodell eines Zeitschriftenverlags). Ein zuverlässig schnurrender Mechanismus wie aus dem Lehrbuch Intelligent Design für Fortgeschrittene.</p>
<div id="attachment_3568" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/IMG_2425.jpg"><img class="size-full wp-image-3568 " title="Quarktasche mit Bach" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/IMG_2425.jpg" alt="Quarktasche mit Bach" width="512" height="355" /></a><p class="wp-caption-text">Quarktasche mit Bach</p></div>
<p>Nachdem ich noch einen Holzscheit in den <a href="http://www.slow-media.net/langsame-weihnachten">Kamin</a> geworfen habe, kann ich mich langsam wieder dem Tee und meiner Quarktasche  - von meinem Lieblingsbäcker im Nachbarort aus dioxinfreien Eiern gebacken &#8211; zuwenden. Auf dem Tisch liegt nicht mehr der Bertalanffy, sondern &#8220;<a href="http://www.slow-media.net/bachs-kantatenwerk">Johann Sebastian Bach</a>&#8221; von Albert Schweitzer. Er hat in Bach weniger den kühlen, rationalen Musik-Mathematiker gesehen als vielmehr jemanden, der mit Tönen einen ganz typischen, oft leidenschaftlichen Moment auf die Leinwand malt. Jemanden, der auch bei den gruseligsten Libretti nicht mit der Wimper zuckt, sondern auch ihren Gemeinplätzen noch etwas abgewinnen kann und &#8220;führt es aus, ohne sich immer darum zu kümmern, ob er damit wirklich den Gefühlsinhalt der Dichtung wiedergibt oder nicht&#8221;, wie Schweitzer schreibt.</p>
<p>Ich erinnere mich plötzlich über ein noch unfertiges Vortragsmanuskript über die &#8220;Parallelen in der Sprach- respektive Tonkunst von <a href="http://www.donald.org/">Dr. Erika Fuchs</a> und Johann Sebastian Bach&#8221;, das da noch irgendwo im Waschtisch liegen muss. Ach ja, das Buch von Albert Schweitzer. Niemand weiß, wann, wo und für wie viel Geld ich es gekauft habe. Ich habe es vor Jahren einmal in einem Schwabinger Antiquariat für ein paar Münzen mitgenommen. Google oder Facebook haben das damals nicht mitbekommen. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Regierung wegen ein paar Erwähnungen des Begriffs Wikileaks den Verlag <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Breitkopf_%26_H%C3%A4rtel">VEB Breitkopf &amp; Härtel</a> in Leipzig anruft und zur Herausgabe meiner Nutzungs- und Profildaten zwingt, halte ich für äußerst unwahrscheinlich. Unverlangte Werbung des Verlages habe auch noch nicht bekommen.</p>
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		<title>Über Glaubwürdigkeit, Schreiben und Handeln</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Nov 2010 12:52:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabria david</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe neulich über Twitter einen Hinweis auf einen <a href="http://www.ftd.de/it-medien/:pr-journalismus-im-digitalen-zeitalter-schreibst-du-noch-oder-wirbst-du-schon/50190079.html">Artikel</a> der Financial Times Deutschland bekommen: Bernd Oswald schreibt dort über den &#8220;PR-Journalismus im digitalen Zeitalter&#8221;. In dem Beitrag wird der Eindruck vermittelt, dass das Medium Internet zu einer unseligen Verflechtung von PR und Journalismus geführt habe, von Unternehmensinteressen und öffentlicher Berichterstattung. Diese Aussage kann ich so nicht gelten lassen. Im Gegenteil handelt es sich bei der Vermischung von PR und Journalismus um eine ungebrochene Tradition, die mit dem Erscheinen der Online-Medien am Publikationshorizont nichts zu tun hat. Zu Beginn der 90er Jahre war es jedenfalls Gang und Gäbe und keinesfalls unüblich, dem Publikationswunsch eines Pressetextes bei der Redaktion mit dem Hinweis auf die Anzeigenabteilung Nachdruck zu verleihen. Vom Internet war damals noch weit und breit nichts zu sehen. Die Personalausstattung der Redaktionen war schon zu dieser Zeit so ausgelegt, dass ein gewisser Prozentsatz an externen, aus der PR stammenden Beiträgen durchaus einkalkuliert war. Man könnte meinen, dass sich dieses Problem nun erledigt habe (keine Anzeigenkunden, keine Interessenskonflikte), aber so ist es &#8211; noch &#8211; nicht.</p>
<p>Als Beispiel für die Interessensvermischung durch das Digitale führt der Beitrag Richard Gutjahrs <a href="http://gutjahr.biz/blog/2010/03/ipad-launch/">Berichterstattung</a> von der iPad-Premiere an: &#8220;PR-Journalismus reinsten Wassers&#8221; (diese Formulierung stammt nicht von Oswald selbst, sondern von Thomas Leif, dem Vorsitzenden des Netzwerks Recherche). Und hierin besteht meiner Meinung nach ein Missverständnis. Die Frage lautet: Ist es &#8211; und unter welchen Umständen &#8211; journalistisch legitim, positive Berichte über Unternehmen und ihre Produkte zu machen? Wann ist es glaubwürdig, wann ist es ein Interessenskonflikt? Wie <a href="http://www.hanns-joachim-friedrichs.de/index.html">subjektiv</a> darf ein Journalist sein? Ist es &#8220;Selbstvermarktung, Aushöhlung journalistischer Standards und [...] reine Werbung&#8221;, wenn ein Jounalist sich 24 Stunden lang in New York in die iPad-Warteschlage einreiht und von dort aus live per Twitter, Blog und Printbeiträgen berichtet? Die Fragen sind interessant und führen zu Haltungs-Unterschieden im Print- und Online-Journalismus.</p>
<p>Darf ich mich zum Beispiel als Autorin des Wirtschaftsmagazins brand eins noch positiv über sie äußern? Ist es ein Interessenskonflikt, wenn wir als Slow Media Autoren die brand eins als <a href="http://www.slow-media.net/die-brand-eins">Prototyp</a> erfolgreicher Slow Media darstellen? Darf ich das? Meine Antwort hierauf lautet: Ja.  Weil ich selbst weiß, wie die Reihenfolge ist: Meine Haltung zu brand eins war schon vorher da, nur deshalb bin ich überhaupt dort Autorin geworden. Wenn ich sie nicht für ein beeindruckendes Qualitätsmedium gehalten hätte, hätte ich ihr nicht als erstem Publikatinsmedium meinen Twitter-Beitrag angeboten. Ergo wäre ich nicht brandeins-Autorin geworden. Ich handle und schreibe nach meiner (vielleicht fehlbaren aber) wirklichen Überzeugung.</p>
<p>Eine ähnliche Haltung unterstelle ich auch bei Richard Gutjahr, wenn er zur iPad-Premiere nach New York reist. War er schon vorher überzeugter, erklärter und offener Apple-Addict? Ja (zumindest nach dem Eindruck, den ich von ihm über längere Zeit über Twitter und seinen Blog gewonnen habe). Ist es unglaubwürdig, wenn er dann nach New York fährt und davon berichtet? Eher nein. Macht es ihn käuflich? Möglicherweise, vielleicht auch nicht. Die Handlung wäre jedenfalls nicht mit einem beliebigen anderen Event, dem Launch eines xy-Produktes austauschbar.</p>
<p>Wie also definieren wir Glaubwürdigkeit? Ich denke, Glaubwürdigkeit ist da, wenn Stimmigkeit zu dem sonstigen Handeln und Schreiben besteht. Das setzt zwei Dinge voraus: Der Mensch und seine Haltung müssen hinter der Reportage, den Zeilen, dem Podcast sichtbar werden (dies ist übrigens These 14 unseres Slow Media <a href="http://www.slow-media.net/manifest">Manifestes</a>). Und die Leser müssen mehrere Beiträge desselben Autors gelesen haben, um ihn überhaupt einschätzen zu können. Das verlangt eine Bindung zwischen Lesern und Schreibenden, die ich dem Journalismus in Zukunft wünsche, ob nun print oder online.</p>
<p>Neulich habe ich einen Anruf im Auftrag einer namhaften überregionalen Print-Tageszeitung aus großem Verlagshaus erhalten. Es ging um ein &#8220;Themenspecial&#8221;, in dem wir mit unserer Agentur eine Anzeige schalten sollten. Neben dem Anzeigenplatz wird unverhohlen der redaktionelle Teil der Qualitätszeitung mitverkauft:  &#8220;1/3 Seite neutraler Fachbeitrag in dieser Ausgabe, der aus Ihren Themenvorschlägen von unserem Autor für Sie erstellt wird&#8221;, so lautet es im Angebot. Ich bin nicht naiv. Ich weiß, dass das Realität ist. Trotzdem irriert es mich, dass mein Gesprächspartner nicht einmal merkte, wie absurd es ist, Geld zu zahlen, um sich dann im redaktionellen Teil als Expertin für authentische Kommunikation zu präsentieren.  Ich habe Mitleid mit den Autoren, die diese Texte schreiben und am Ausverkauf des Journalismus mitwirken müssen. Natürlich spürt man in solchen Texten nicht mehr den Menschen, der sie schreibt. &#8220;Entfremdung&#8221; ist das Wort, das mir dazu einfällt als jemand, der selber schreibt. Es geht nur noch um die Schaffung anzeigenfreundlicher redaktionellen Umfelder. Ob es um das Thema &#8220;Knochen und Gelenke&#8221;, &#8220;Versicherungen&#8221; oder  &#8220;Kommunikation der Zukunft&#8221; geht, ist völlig egal. Der journalistische Text (für den ich noch immer mütterliche Gefühle hege) wird hier zur völlig austauschbaren Ware.</p>
<p>&#8220;Selbstvermarktung, Aushöhlung journalistischer Standards&#8221; &#8211; hier sehe ich sie tatsächlich. Die Zukunft des Journalismus kann so etwas nicht sein. Das rettet einen Verlag höchstens über die nächsten Jahre. Vielleicht wäre es jetzt die Aufgabe für den Journalismus, sich zwischen den Polen der Entfremdung und der Subjektivität einen neuen Ort zu suchen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Nachtrag</span> (10. November 2010):</p>
<p>Gerade sehe ich ein sehr interessantes <a href="http://www.businessinsider.com/chris-anderson-how-magazines-will-make-money-2010-11">Interview </a>mit Chris Anderson, dem Chefredakteur der Wired (über die wir <a href="http://www.slow-media.net/wired-magazine">hier</a> bereits berichtet haben).</p>
<p><script src="http://player.ooyala.com/player.js?width=618&amp;deepLinkEmbedCode=h4czZ0MTqG0HGAeMbe0v4CSTIXTEbDXe&amp;embedCode=h4czZ0MTqG0HGAeMbe0v4CSTIXTEbDXe&amp;height=347"></script></p>
<p>Er stellt folgendes fest (und das schließt hervorragend an die obigen Ausführungen über Redaktions/Anzeigen-Interessensverquickung an):  Im 20. Jahrhundert haben die Zeitschriften/Zeitungsverlage die Frage &#8220;Who is my customer?&#8221; de facto mit: &#8220;the advertiser&#8221; beantwortet (bzw. beantworten müssen). Da stellt Anderson nun einen Wandel fest: Die Finanzierung läuft inzwischen zu gleichen Teilen über Anzeigenkunden und Leserschaft. Dadurch rückt der Leser plötzlich in den Fokus: &#8220;Going forward if my customer becomes my reader I am going to do the right thing for the reader &#8211; because it improves my profit.&#8221; Dass Publikatinsmedien ihre Leser zukünftig als ihre Kunden betrachten könnten, das finde ich eine ganz wunderbare Aussicht. &#8220;It&#8217;s the most exciting time in media ever.&#8221; Und auch hier muss ich ihm zustimmen.</p>
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		<title>Langsamkeitspflege</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 21:45:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die eigentliche Innovation, die mit der Hilfe des Bloggens in die Medienlandschaft geschwappt ist, war in Wirklichkeit nie die Echtzeit. Nein, der entscheidende Unterschied zwischen &#8220;normalen&#8221; Webseiten oder Portalen und Blogs ist das Archiv und die wundervollen Möglichkeiten der &#8220;Langsamkeitspflege&#8221; (Odo Marquard), die sich daraus ergeben, wie Don Alphonso hier feststellt. Als Don Dahlmann vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die eigentliche Innovation, die mit der Hilfe des Bloggens in die Medienlandschaft geschwappt ist, war in Wirklichkeit nie die Echtzeit. Nein, der entscheidende Unterschied zwischen &#8220;normalen&#8221; Webseiten oder Portalen und Blogs ist das Archiv und die wundervollen Möglichkeiten der &#8220;Langsamkeitspflege&#8221; (Odo Marquard), die sich daraus ergeben, wie Don Alphonso <a href="http://blogbar.de/archiv/2010/06/22/mal-etwas-langsamer/">hier</a> feststellt.</p>
<p><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/postamt_grassau.jpg"><img src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/postamt_grassau.jpg" alt="" title="postamt_grassau" width="500" height="358" class="aligncenter size-full wp-image-1808" /></a></p>
<p>Als Don Dahlmann vor drei Jahren <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/07/17/geschichte-der-deutschen-blogosphaere-ii/#comment-736052">geschrieben hatte</a>, &#8220;man soll[t]e echt mal eine Übersicht über die deutsche Blogszene machen, denn da geht sehr schnell, sehr viel verloren,&#8221; habe ich das <a href="http://www.metaroll.de/bloghistory.html">Blog History Project</a> ins Leben gerufen. Der Versuch, eine Übersicht über die Geschichte der deutschsprachigen Blogosphäre aufzuzeichnen.</p>
<p><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/postamt_feldkirchen.jpg"><img src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/postamt_feldkirchen.jpg" alt="" title="postamt_feldkirchen" width="500" height="254" class="aligncenter size-full wp-image-1807" /></a></p>
<p>Von den ersten Anfängen vor 14 Jahren &#8211; Robert Braun, Cybertagebuch und Moving Target über die erste Bloggerwelle 2001, die sogar in der ein oder anderen Zeitung bemerkt wurde, bis zu der großen Blogeuphorie Mitte der 2000er Jahre. Jetzt ist diese Geschichtsschreibung selbst schon wieder drei Jahre her, aber das schöne ist: fast alle Blogs und ihre Archive sind immer noch vorhanden. So viel geht hier gar nicht verloren.</p>
<p><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/postamt_harras.jpg"><img src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/postamt_harras.jpg" alt="" title="postamt_harras" width="500" height="270" class="aligncenter size-full wp-image-1804" /></a></p>
<p>Interessanterweise habe ich in der oral history die Erfahrung gemacht, dass sich zentrale Infrastrukturen wie zum Beispiel Postämter, in die fast jeder Bürger einer Gemeinde mehrmals im Jahr, Monat oder gar in der Woche zum Geldabheben, Briefeaufgeben, Telefonnummern nachschlagen etc. gegangen ist, nach dem Abriss allerhöchstens 10 Jahre in der Erinnerung halten.</p>
<p><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/kraftwagenhalle_fuessen.jpg"><img src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/kraftwagenhalle_fuessen.jpg" alt="" title="kraftwagenhalle_fuessen" width="500" height="212" class="aligncenter size-full wp-image-1815" /></a></p>
<p>Teilweise sind sie trotz (oder wegen?) ihrer Banalität und Alltäglichkeit nicht einmal photographisch dokumentiert &#8211; oder vielleicht nur auf dem Medium, das alle immer für ebendiese Banalität kritisieren. Ich vermute, dass man auf Twitter mehr Abbildungen des auf seine Weise wunderschönen mittlerweile abgerissenen <a href="http://twitpic.com/1pgts">Aschaffenburger Bahnhofs</a> findet als in den Archiven des Stadtbauamts.</p>
<p><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/paketzustellamt_muenchen.jpg"><img src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/paketzustellamt_muenchen.jpg" alt="" title="paketzustellamt_muenchen" width="499" height="262" class="aligncenter size-full wp-image-1810" /></a></p>
<p>Wahrscheinlich werden wir unsere Blogs auch in 20 Jahren noch kennen und zum Teil immer noch in ihren Archiven stöbern können, während politische Echtzeitfiguren wie Ursula von der Leyen oder Horst Köhler schon längst in verstaubten, vergilbten und mit Spinnenweben verhangenen Winkeln der Wikipedia vor sich hin schlummern. Und das ist gar nicht einmal die schlechteste Entwicklung.</p>
<p><small>Die Literaturempfehlung hierzu ist das sehr lesenswerte Buch von Florian Aicher und Uwe Drepper über den Architekten Robert Vorhoelzer, den Mittelpunkt der gleichzeitig so bayrischen wie unbayrischen Postbauschule der 1920er Jahre.</small></p>
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		<title>Wozu noch Verlage?</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 14:45:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benedikt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Was konnte er dafür, daß er in der Literatur sein ganzes Leben lang ›nur‹ Verleger gewesen war? Er hatte begriffen, daß die Literatur einen Verleger nötig hatte, und er hatte das sehr zur rechten Zeit begriffen; dafür sei ihm Ehre und Ruhm &#8211; natürlich von der Art, wie es einem Verleger zukommt. (F.M. Dostojewski) Online-Journalismus? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>Was konnte er dafür, daß er in der Literatur sein ganzes Leben lang ›nur‹ Verleger gewesen war? Er hatte begriffen, daß die Literatur einen Verleger nötig hatte, und er hatte das sehr zur rechten Zeit begriffen; dafür sei ihm Ehre und Ruhm &#8211; natürlich von der Art, wie es einem Verleger zukommt.</em><br />
(F.M. Dostojewski)</p>
<p>Online-Journalismus? Ich habe diese Bindestrich-Journalismen sowieso nie so richtig verstanden, aber mit Online-Journalismus (Wikipedia: &#8220;Aufbauprinzip ist der nicht-lineare Hypertext&#8221; tue ich mich besonders schwer. Geht es um Online als Werkzeug für die journalistische Recherche oder redaktionelle Abläufe oder um Online als Gattung? Auf dem <a href="http://www.hr-online.de/website/specials/ftoj/index.jsp">6. Frankfurter Tag des Online-Journalismus</a> bin ich auf beide Strömungen gestoßen. Ich glaube, dass etwas mehr Klarheit in dieser Unterscheidung für den Online-Journalismus (wie auch immer gemeint) wichtig wäre.</p>
<p><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/AP_Cygne.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1765" style="margin: 5px;" title="AP_Cygne" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/AP_Cygne-216x300.jpg" alt="" width="194" height="270" /></a>So plätscherte das Abschlusspodium zwischen Jakob Augstein (Der Freitag), Mercedes Bunz (Guardian), Stephan Baumann (DFKI) und mir eher beschaulich vor sich hin, ohne dass das Diskussionspotential dieser Fragen genutzt wurde. Zum Beispiel für die Klärung der Frage, ob das Thema Blogger vs. Journalisten heute noch relevant sei. Hier wurde munter durcheinander und aneinander vorbei von Bloggern als Persönlichkeiten, Bloggen als Erwerbsquelle, Blogs als Publikationstechnologie und Blogposts als journalistische Form gesprochen.</p>
<p><strong>Welche Funktion werden Verlage in Zukunft ausüben?</strong></p>
<p>Für mich die spannendste Frage blieb leider unbeantwortet: Welche Funktion werden Verlage in Zukunft ausüben? Der klassische Verlagsbegriff sieht seit der frühen Neuzeit die Aufgabe des Verlegers darin, finanzielle Mittel und Rohstoffe wie Werkzeuge herbeizuschaffen (= &#8220;verlegen&#8221;), die für die Produktion einer Ware notwendig sind &#8211; ganz gleich ob es sich dabei um einen Teppich oder ein Buch handelt. Mit dem Aufkommen der industriellen Massengesellschaft bzw. Aufmerksamkeitsökonomie und der Zuspitzen des Verlagsbegriffs auf die Medienproduktion wurde dann der zweite Aspekt der Herstellung von Aufmerksamkeit für das Medium hinzu.</p>
<p>Wenn wir heute von digitalen Medien wie z.B. Blogs oder eBooks sprechen, passt die klassische Verlagsdefinition nicht mehr. Die Werkzeuge und Rohstoffe der Medienproduktion sind mittlerweile demokratisiert. WordPress und Mediawiki sind frei verfügbar. Jeder könnte also theoretisch publizistisch tätig werden. Viele tun genau dies. Auch für das Herstellen von Aufmerksamkeit kann die Verlagswelt kein Monopol mehr beanspruchen, da zunehmend die Empfehlung innerhalb sozialer Netzwerke bzw. einer themenbezogenen Community für die Rezeption eines Mediums wichtiger ist als klassische Marketingmaßnahmen. Buchbesprechungen in Zeitungen und das Auslegen von Flyern haben keinen nennenswerten Effekt auf den Absatz mehr, während Marketinginstrumente wie AdWords oder Suchmaschinenoptimierung Verlagen wie unabhängigen Publizisten gleichermaßen zur Verfügung stehen.</p>
<p><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/petersberg.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1778" title="petersberg" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/petersberg.jpg" alt="" width="600" height="226" /></a><br />
Wo also liegt heute noch die Aufgabe des Verlags? Auf dem Podium rückte ziemlich schnell der Aspekt der Finanzierung in den Mittelpunkt. So betonte Mercedes Bunz, dass guter Journalismus eben Geld koste und dafür brauche es einen Verlag. Ein Modell wie Wikipedia funktioniere nicht für den Journalismus. Diese Argumentation ist aus einer Slow-Media-Perspektive ebenso empirisch falsch wie politisch gefährlich.</p>
<p>Zum einen gibt es genügend Beispiele von Blogs, Foren oder Wikis, die außerhalb von Verlagen qualitativ hochwertigen Journalismus in Form von Kommentaren, Essays, Berichten etc. produzieren. Viel problematischer ist jedoch der andere Punkt. Wenn Verlage und Redakteure sich auf die Argumentation einlassen, dass die wichtigste Aufgabe des Verlags im digitalen Zeitalter in der Finanzierung von Journalismus liege, dann sehe ich keinen zwingenden Grund, warum die Medienlandschaft überhaupt noch Verlage braucht. Diese Aufgabe könnten auch Banken erledigen.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/villon.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1780" title="villon" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/villon.jpg" alt="" width="540" height="222" /></a><br />
Wem daran liegt, dass Verlage auch in Zukunft noch eine Bedeutung haben sollen, der sollte sich nicht auf diese Argumentation einlassen und etwas mehr Phantasie bemühen, wenn es um die verlegerische Selbstbeschreibung geht. Wenn man gute, langsame Medien wie z.B. Wired, Brand eins oder Intelligent Life ansieht, dann machen die Verlage und Redakteure hier so unglaublich viel mehr als ihre Journalisten finanziell über Wasser zu halten. Sie diskutieren und setzen Themen, verbinden Design und Inhalt, arbeiten Ausgabe für Ausgabe am roten Faden ihres Mediums, garantieren ein hohes Qualitätsniveau und entwickeln ein Gespür für die Wünsche wie Erwartungen ihrer Leser. Dafür benötigt man Verlage heute wie in Zukunft und nicht allein für das regelmäßige Auszahlen des Taschengelds an ihre Mitarbeiter.</p>
<p>An diesen Stellen entsteht auch der Mehrwert zwischen den Gedanken im Kopf eines Autors und dem fertigen Produkt. Verlage, die ihrem Publikum nicht glaubhaft demonstrieren können, dass sie mehrwertfähig sind, haben nicht nur ein Kommunikationsproblem, sondern sind früher oder später in ihrer Existenz bedroht. Und das zu Recht.</p>
<p>Links zum Thema:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.hr-online.de/website/specials/ftoj/index.jsp?rubrik=34470">Videoaufzeichnungen aller Vorträge</a> auf der Webseite des Hessischen Rundfunks</li>
<li>Mein Gastbeitrag &#8220;<a href="http://boersenblatt.net/385809/">Lob der Langsamkeit</a>&#8221; im Börsenblatt zu einem ganz ähnlichen Thema.
<li>Zusammenfassender <a href="http://blog.sperr-objekt.de/content/134-Frankfurter-Tag-des-Online-Journalismus.html">Blogpost</a> von Matthias Gutjahr</li>
</ul>
<p><small><br />
<h4>Weitere Beiträge zum Thema Druck:</h4>
<p></small></p>
<ul>
<a href="http://www.slow-media.net/schreiben-mit-maschinen">Schreiben mit Maschinen</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/tex>TEX &#8211; digitaler Buchsatz</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/kunstbucher-im-digitaldruck">Kunstbücher im Digitaldruck</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/wozu-noch-verlage">Wozu noch Verlage?</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/was-vom-druck-ubrig-blieb">Was vom Druck übrig blieb</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/papier-und-nachhaltigkeit">Papier und Nachhaltigkeit</a>
</ul>
<p><!-- TEX Knuth Kunstbücher Digitaldruck Indigo --></p>
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