<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>slow media &#187; Twitter</title>
	<atom:link href="http://www.slow-media.net/category/webseiten/twitter-webservice/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.slow-media.net</link>
	<description>Das Blog über Slow Media - &#60;a href=&#34;http://slow-media.net/manifest&#34;&#62;Was sind Slow Media?&#60;/a&#62;</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Sep 2010 09:54:42 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Twitter und das Geschenk der Meeresprinzessin</title>
		<link>http://www.slow-media.net/twitter-und-das-geschenk-der-meeresprinzessin</link>
		<comments>http://www.slow-media.net/twitter-und-das-geschenk-der-meeresprinzessin#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 02 May 2010 20:05:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[aarne thompson]]></category>
		<category><![CDATA[margaret atwood]]></category>
		<category><![CDATA[siebenschläfer]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[urashima taro]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.slow-media.net/?p=1396</guid>
		<description><![CDATA[Vielleicht haben meine Mitautoren Sabria David und Jörg Blumtritt schon alles gesagt, was man über Twitter aus einer Slow-Media-Perspektive sagen kann. Twitter als der schnelle, flüchtige Schritt ins Augenblicksweb, das heute geschrieben und morgen, wenn nicht wenige Minuten später schon wieder vergessen ist (vielleicht in Zukunft nicht mehr ganz so vergessen, da die Library of [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" style="margin: 5px;" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c8/Kuniyoshi_Station_38.jpg/200px-Kuniyoshi_Station_38.jpg" alt="" width="180" height="258" /> Vielleicht haben meine Mitautoren Sabria David und Jörg Blumtritt schon alles gesagt, was man über Twitter aus einer Slow-Media-Perspektive sagen kann. Twitter als der schnelle, flüchtige Schritt ins Augenblicksweb, das heute geschrieben und morgen, wenn nicht wenige Minuten später schon wieder vergessen ist (vielleicht in Zukunft nicht mehr ganz so vergessen, da die Library of Congress nun unsere Kurzmitteilungen <a href="http://blogs.loc.gov/loc/2010/04/how-tweet-it-is-library-acquires-entire-twitter-archive/">speichern wird</a>).</p>
<p>Twitter als <a href="http://www.slow-media.net/schoenheit-von-vogelsang">zweckfreies Vogelorchester</a>, dessen musikalischen Dauerstrom man eine Weile verfolgt, bevor man sich dann wieder anderen Dingen zuwendet. Oder Twitter als <a href="http://www.slow-media.net/lidee-vient-en-parlant-kleist-schreibt-uber-twitter">lebhafte, kreative gegenseitige Befruchtung mit Gedanken</a>, ein Ort zwischen <a href="http://www.brandeins.de/archiv/magazin/arbeit/artikel/eine-entdeckung.html">Volière und Salon</a> &#8211; und mit Sicherheit auch ein Treffpunkt schräger Vögel, wenn man dieses Bild weiterspinnt.</p>
<p>Im Guardian hat sich vor kurzem die Autorin <a href="http://twitter.com/margaretatwood">Margaret Atwood</a> unter dem Titel &#8220;<a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/cifamerica/2010/apr/07/love-twitter-hooked-fairies-garden">How I learned to love Twitter</a>&#8221; zu diesem Thema geäußert. Sie vergleicht Twitter mit einer Märchenwelt, in die man wie das für die meist <a href="http://www.slideshare.net/Sabria_David/zur-genese-offener-werke-rotkppchen-20-medienwandel-und-schriftliche-mndlichkeit">kindlichen Märchenhelden</a> so üblich ist, mit Haut und Haar verschlungen wird. Eigentlich steckt alles schon in ihrem einleitenden Absatz:</p>
<blockquote><p>A long time ago – less than a year ago in fact, but time goes all stretchy in the Twittersphere, just as it does in those folksongs in which the hero spends a night with the Queen of Faerie and then returns to find that a hundred years have passed and all his friends are dead … Where was I?</p></blockquote>
<p>Twitter gehört für sie also in eine Kategorie mit <a href="http://www.gasl.org/refbib/Grimm__Maerchen.pdf">Zauberschlössern oder Unterwasserpalästen</a>, in denen man hundert Jahre schlafen kann, ohne einen Tag gealtert zu sein, oder in denen man einen einzigen Tag verbringen kann, während die Außenwelt um hunderte oder tausende Jahre gealtert ist. Kurz: Auf Twitter singen keine Vögel, sondern <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_Schl%C3%A4fer_von_Ephesus">Siebenschläfer</a> (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aarne-Thompson-Index">AaTh</a> 766).</p>
<p>So wie es dem ersten Zeitreisenden der Literaturgeschichte, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Urashima_Tar%C5%8D">Urashima Taro</a>, gegangen ist, der nur wenige Tage mit der Meeresprinzessin Otohime verbracht hat und bei seiner Rückkehr ins Dorf der Eltern feststellen musste, dass dort in der Zwischenzeit 60 bis 300 Jahren (die Überlieferungen der Geschichte sind sich hier nicht einig) vergangen waren, und seine Eltern und Schwester nur noch ferne Erinnerungen der Dorfbewohner.</p>
<p><img class="alignright" style="margin: 5px;" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/88/Joseph_Jefferson_as_Ripvanwinkle_by_Napoleon_SArony_(1821-1896).jpg/180px-Joseph_Jefferson_as_Ripvanwinkle_by_Napoleon_SArony_(1821-1896).jpg" alt="" width="144" height="214" />Als er tieftraurig das geheimnisvolle Geschenk der Meeresprinzessin, ein lackiertes Kästchen, öffnete, drehte sich die Zeit auch für ihn weiter. Binnen Sekunden alterte er, seine Haare verfärbten sich und wurden weiß &#8211; der jugendliche Fischerssohn verwandelte sich in einen gebeugten Greis.</p>
<p>Mit Atwood könnte man also fragen: Was passiert mit uns, wenn wir aus unserem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rip_Van_Winkle">Rip-van-Winkle</a>schen Twitterschlaf erwachen? Werden wir plötzlich feststellen, dass unsere Haare ergraut sind? Aber das ist ja nur eine der märchenhaften Bilder, mit denen sie ihre Faszination mit dem Medium beschreibt. Eine weitere Deutung, die zu ganz anderen Assoziationen führen könnte, ist der Vergleich ihrer Follower mit 33.000 altklugen Enkelkindern &#8230;</p>
 <img src="http://www.slow-media.net/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?view=1&post_id=1396" width="1" height="1" style="display: none;" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.slow-media.net/twitter-und-das-geschenk-der-meeresprinzessin/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;L&#8217;idée vient en parlant&#8221;: Kleist über Twitter</title>
		<link>http://www.slow-media.net/lidee-vient-en-parlant-kleist-schreibt-uber-twitter</link>
		<comments>http://www.slow-media.net/lidee-vient-en-parlant-kleist-schreibt-uber-twitter#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 12:14:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabria</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Slow theory]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Webseiten]]></category>
		<category><![CDATA[Echtzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gespräch]]></category>
		<category><![CDATA[Kleist]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Partizips Präsens]]></category>
		<category><![CDATA[Salon]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Verlaufsform]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.slow-media.net/?p=555</guid>
		<description><![CDATA[Jörg Blumtritt hat gestern einen schönen Beitrag über Twitter geschrieben. Damit haben sich die Autoren des Slow Media Blogs endgültig als Twitter-Fans geoutet. Twitter, ein Schwarm von Vogelgesaengen. Eine Volière, die &#8211; wie es Wikipedia so unvergleichlich formuliert &#8211; den &#8220;Freiflug der Insassen ermöglicht&#8221;, und nicht nur den der Insassen, sondern auch die Freiflüge aller [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_561" class="wp-caption alignleft" style="width: 245px"><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Heinrich_von_Kleist2.jpg&amp;filetimestamp=20090527221203"><img class="size-medium wp-image-561" title="Heinrich_von_Kleist2" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/2010/02/Heinrich_von_Kleist2-235x300.jpg" alt="" width="235" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Heinrich von Kleist</p></div>
<p>Jörg Blumtritt hat gestern einen schönen <a href="http://www.slow-media.net/schoenheit-von-vogelsang">Beitrag</a> über Twitter geschrieben. Damit haben sich die Autoren des Slow Media Blogs endgültig als<a href="http://twitter.com/furukama/statuses/1408804141"> Twitter</a>-Fans geoutet. Twitter, ein Schwarm von Vogelgesaengen. Eine <a href="http://www.brandeins.de/archiv/magazin/arbeit/artikel/eine-entdeckung.html">Volière</a>, die &#8211; wie es Wikipedia so unvergleichlich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Voliere">formuliert</a> &#8211; den &#8220;Freiflug der Insassen ermöglicht&#8221;, und nicht nur den der Insassen, sondern auch die Freiflüge aller anderen, die sich durch die geräumigen und durchlässigen Begrenzungstäbe dort hineinwagen.</p>
<p>Zu der gestern bereits angeführten Flüchtigkeit und Vergänglichkeit von Twitter möchte ich ein paar Gedanken ergänzen. Beginnend mit einer Frage: In welcher Zeit findet das Ganze eigentlich statt? Die Sprache verrät es uns: &#8220;What are you doing?&#8221; lautete die Eingangsfrage von Twitter (bis sie von dem jetzigen &#8220;What&#8217;s happening?&#8221; abgelöst wurde). Die digitalen Frei- und Höhenflüge finden also in der Verlaufsform statt, im englischen &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Present_Progressive#Verlaufsform_.28Progressive_Form.29">present progressive</a>&#8220;, der sogenannten -ing-Form. Sie wird verwendet, wenn &#8220;das Geschilderte im erzählten Moment (&#8230;) gerade passiert&#8221; (ein Äquivalent wäre die Rheinische Verlaufsform des &#8220;Ich bin am twittern&#8221;). Auch das Partizip Präsens Aktiv drückt Gleichzeitigkeit aus:  unser Zustand ist schreibend, denkend, sprechend, twitternd.</p>
<p>Die Twitter-Zeit ist auch das Partizip Präsens des „L’idée vient en parlant“ (die Idee kommt während des Sprechens). Heinrich von Kleist prägte diesen Begriff 1805 in Analogie zu der französischen Redewendung &#8220;L&#8217;appétit vient en mangeant&#8221; (der Appetit kommt mit dem Essen). Er schreibt es in seinem großartigen <a href="http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&amp;xid=1467&amp;kapitel=1#gb_found">Aufsatz</a> &#8220;Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden&#8221;, und ich möchte die Behauptung aufstellen, dass Kleist hier über Twitter schreibt. Er empfiehlt darin, wenn man nach stundenlangem Brüten in einer Gedankensackgasse steckt, das Gespräch mit einem anderen zu suchen. Im Gespräch mit einem Gegenüber kommen die eigenen Gedanken in Fluss, nehmen Gestalt an, gewinnen Konturen und formen sich zu einer klaren Argumentation. Kleist spricht hier nicht vom Wiedergeben bereits fertiger Gedanken, sondern von einem Sprechen als &#8220;ein wahrhaft lautes Denken&#8221;. Die Sprache sei dann wie ein &#8220;zweites, mit [dem Rad des Geistes] parallel fortlaufendes Rad&#8221;. Er spricht also auch von Gleichzeitigkeit, von Gleichzeitigkeit des Sprechens mit der Entwicklung des Auszusprechenden.</p>
<p>Das ist auch bei Twitter möglich. Auch bei Twitter kann &#8220;ein lebhaftes Gespräch [entstehen], eine kontinuierliche Befruchtung der Gemüter mit Ideen&#8221; &#8211; allerdings nicht nur wie Kleist noch voraussetzte in der mündlichen Rede, sondern auch in der quasimündlichen Schriftform der digitalen Welt. Inspiration und Inspirierendes, die Konzentration und Aufmerksamkeit auf einen Gedanken, der im Begriff ist, sich im Jetzt und im Diskurs mit einem Gegenüber zu entwickeln: In diesem Punkt finden Kleists Essay, Twitter und unser Slow-Ansatz zusammen.</p>
 <img src="http://www.slow-media.net/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?view=1&post_id=555" width="1" height="1" style="display: none;" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.slow-media.net/lidee-vient-en-parlant-kleist-schreibt-uber-twitter/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schoenheit von Vogelsang</title>
		<link>http://www.slow-media.net/schoenheit-von-vogelsang</link>
		<comments>http://www.slow-media.net/schoenheit-von-vogelsang#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 14:13:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jbenno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Slow theory]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Webseiten]]></category>
		<category><![CDATA[George Packer]]></category>
		<category><![CDATA[haiku]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Sun]]></category>
		<category><![CDATA[techcrunch]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Venus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.slow-media.net/?p=533</guid>
		<description><![CDATA[[Read this Post in English] “Every time I hear about Twitter I want to yell Stop. The notion of sending and getting brief updates to and from dozens or thousands of people every few minutes is an image from information hell. It scares me, not because I’m morally superior to it, but because I don’t [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><small><a href="http://en.slow-media.net/schoenheit-von-vogelsang"><img src="http://www.galerieroyal.de/wp-content/plugins/langswitch_flags/uk.png" />[Read this Post in English]</a></small><br />
<img class="alignleft size-full wp-image-10" style="padding-top: 20px; padding-right: 5px; padding-bottom: 25px;" src="/wp-content/uploads/2010/02/MarsVenus.jpg" alt="" width="60%" /><em>“Every time I hear about Twitter I want to yell Stop. The notion of sending and getting brief updates to and from dozens or thousands of people every few minutes is an image from information hell. It scares me, not because I’m morally superior to it, but because I don’t think I could handle it.”</em><br />
Die Kalte Panik vor der Informationshölle, die <a href="http://topics.nytimes.com/top/reference/timestopics/people/p/george_packer/index.html?scp=1-spot&amp;sq=george%20packer&amp;st=cse">George Packer</a>, Autor und Korrespondent der New York Times mit Twitter verbindet, wie er in seinem in seinem <a href="http://www.newyorker.com/online/blogs/georgepacker/2010/01/stop-the-world.html">Blog-Post</a> beschreibt, können viele Menschen derzeit gut nachvollziehen; nicht zuletzt ist die Flüchtigkeit von Twitter das Wunderbare aber auch Erschreckende: nichts scheint von wert, nichts von dauer.</p>
<p>&#8220;Aufklärung braucht Zeit &#8211; und die fehlt im Netz&#8221;, sagt der Philosoph <a href="http://www.iphil.uni-bonn.de/mitarbeiter/professoren-1/prof.-dr.-markus-gabriel-2">Markus Gabriel</a> im Interview auf <a href="http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc~EED3B0CC5401A4360AF594A9E02D7EFBF~ATpl~Ecommon~Scontent.html">FAZ.net</a> &#8211; und auf Twitter, möchte man ergänzen, ist sofortige Vergänglichkeit sogar ins System eingebacken &#8211; selbst die Twitter-eigene Suche geht nur zwei Tage in die Vergangenheit zurück. All die schönen Gedanken versinken so schnell in den Tiefen der Timeline, dass wir wohl verweilen möchen; aber ein <a href="http://www.martinblumentritt.de/benjamin.htm">Sturm</a> weht vom Paradiese her, der uns unaufhaltsam in die Zukunft treibt.</p>
<p>Betrachtet man Twitter als Nachrichtenkanal, finde ich Parkers Panik besonders gut nachvollziehbar. Jede Nachricht, die mich (per Re-Tweet) zum zweiten Mal erreicht, erscheint veraltet, irgendwie nicht mehr relevant. Und wie trostlos, wenn selbst der absolute Medien-Mainstream tausende Mal per Re-Tweet repliziert wird, wie heute: <a href="http://search.twitter.com/search?q=http%3A%2F%2Ftcrn.ch%2FbTP7UV">&#8220;Man Resigns On Twitter per Haiku&#8221;</a>.</p>
<p>Doch gerade diese Meldung führt uns auf etwas an Twitter, das schön und wertvoll ist: Lyrik und Aphorismus, Schönheit in sprachlicher Reduktion. Das bemerkenswerte an der <a href="http://twitter.com/OpenJonathan/status/8620937722">Rücktrittserklärung</a> des  Sun-CEOs ist nicht, dass er sie über Twitter bekannt gibt. Twitter ist der effizienteste Kanal für Mitteilungen dieser Art, das pfeifen die Heerscharen der <a href="http://twitter.com/Dr_Ultra/status/8595612502">Social-Media-Consultants</a> schon seit Jahren von den Dächern. Bemerkenswert ist, dass Jonathan Schwartz die Versform des <a href="http://www.haiku-heute.de/">Haiku</a> wählt. Kurze, tatsächlich gedichtete oder zumindest stark in ihren Silben schwingende Ausrufe sind für mich das Schöne an Twitter. Eine Meldung wie <a href="http://twitter.com/jbenno/statuses/8628421937">&#8220;Mars can be seen all night&#8221;</a> mag einen tatsächlichen <a href="http://news.astronomie.info/sky201002/planeten.html?">astronomischen</a> Hintergrund haben. Als einzelner Vers betrachtet, werden die sechs einsilbigen Wörter zum Mythos, indem wir den Kriegsgott siegreich über das gesamte Reich der Neith erblicken.</p>
<p>Sieht man Twitter nicht als Kurznachrichten-Dienst, sondern nimmt das Bild &#8216;Vogelgezwitscher&#8217; ernst, verliert die nimmer endende Flut von Text ihren Schrecken &#8211; es ist keine Information sondern wird gleichsam zu Musik, einem Strom, auf dem man sich treiben lassen kann.</p>
<blockquote><p>Sound of vernal showers<br />
On the twinkling grass,<br />
Rain-awaken&#8217;d flowers—<br />
All that ever was<br />
Joyous and clear and fresh—thy music doth surpass.</p>
<p>Teach us, sprite or bird,<br />
What sweet thoughts are thine:<br />
I have never heard<br />
Praise of love or wine<br />
That panted forth a flood of rapture so divine.<br />
<small>(Shelley, To a Skylark)</small></p></blockquote>
 <img src="http://www.slow-media.net/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?view=1&post_id=533" width="1" height="1" style="display: none;" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.slow-media.net/schoenheit-von-vogelsang/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
