<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>slow media &#187; Zeitschriften</title>
	<atom:link href="http://www.slow-media.net/category/zeitschriften/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.slow-media.net</link>
	<description>Das Blog über Slow Media - &#60;a href=&#34;http://slow-media.net/manifest&#34;&#62;Was sind Slow Media?&#60;/a&#62;</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Sep 2010 09:54:42 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Leistung oder Wirkung?</title>
		<link>http://www.slow-media.net/leistung-oder-wirkung</link>
		<comments>http://www.slow-media.net/leistung-oder-wirkung#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 10:52:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jbenno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Slow theory]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschriften]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Leistung]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Publikation]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>
		<category><![CDATA[Wirkung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.slow-media.net/?p=1462</guid>
		<description><![CDATA[[Read this post in English] Remember that time is money. Benjamin Franklin, Advice to a Young Tradesman Als Benjamin Franklin mit dem Blitzableiter erst &#8220;dem Himmel den Blitz&#8221; und in der amerikanischen Revolution auch noch &#8220;den Tyrannen das Szepter&#8221; entrissen hatte, konnte kaumnoch irgenjemand an den Worten dieses titanenhaften Helden der Aufklärung zweifeln. Dessen berühmtestes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><small><a href="http://en.slow-media.net/power-or-action"><img src="http://www.galerieroyal.de/wp-content/plugins/langswitch_flags/uk.png" />[Read this post in English]</a></small></p>
<p style="text-align: right;"><em>Remember that time is money.</em><br />
<small>Benjamin Franklin, Advice to a Young Tradesman</small></p>
<p><img src="/wp-content/uploads/uhr.jpg" alt="" /></p>
<p>Als Benjamin Franklin mit dem Blitzableiter erst &#8220;dem Himmel den Blitz&#8221; und in der amerikanischen Revolution auch noch &#8220;den Tyrannen das Szepter&#8221; entrissen hatte, konnte kaumnoch irgenjemand an den Worten dieses titanenhaften Helden der Aufklärung zweifeln. Dessen berühmtestes Zitat aber hat weder mit Naturforschung noch mit Staatskunst zu tun, sondern stellt eine Regel auf, die für die kommenden zweihundert Jahre das Credo einer effizienzorientierten Wirtschaft werden sollte: &#8220;Zeit ist Geld&#8221;.</p>
<p>Der physikalische Begriff der Leistung <strong>P</strong> ist definiert als Arbeit <strong>W</strong> (beziehungsweise Energie, dann auch mit <strong>E</strong> abgekürzt), die pro Zeiteinheit <strong>t</strong> erbracht (bzw. verbraucht) wird. Damit entspricht die Formel <strong>P = W / t</strong> auch ziemlich gut dem alltagssprachlichen Verständnis von Leistung: fertigt ein Fabrikarbeiter 100 Werkstücke pro Stunde, so erbringt er die doppelte Leistung seines Kollegen, der für die selbe Anzahl zwei Stunden braucht. Und selbstverständlich gehen wir davon aus, dass der erste Arbeiter für seine höhere Leistung auch mehr Lohn erhalten sollte.</p>
<p><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/uhr2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1971" title="uhr2" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/uhr2.jpg" alt="" width="450" height="254" /></a></p>
<p>Und genau da endet auch schon die Analogie von Physik und Wirtschaft. Denn es ist sicher nicht so, dass eine hochbezahlte Führungskraft tatsächlich mehr <em>leistet</em>, als der Angestellte auf Sohle 7 der Unternehmenshierarchie. Diesen Gedanken verfolgt der Blogger und Filmemacher Werner Große in seinem <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/allwissende-medien/allgemein/2009-04-19/nicht-nur-leistung-und-arbeit-auch-wirkung-muss-sich-wieder-lohnen">Post</a> auf den Wissenslogs. Ein anderer physikalischer Begriff erklärt nämlich viel besser, wonach sich in der post-industriellen Wirtschaftswelt Gehaltsunterschiede idealer Weise gründen: die <em>Wirkung</em>.</p>
<p>Die Wirkung in der Physik ist nicht zu verwechseln mit der Kausalität (Ursache/Wirkung). Wirkung <strong>S</strong> ist hier definiert als Arbeit mal Zeit (bzw. Energie mal Zeit). In Formel</p>
<p style="text-align: center;"><strong>S = E ⋅ t</strong></p>
<p>Die einfachen mathematischen Gleichungen, indenen sich die Begriffe ausdrücken lassen, führen schnell zum Punkt, was das alles mit Slow Media zu tun hat: Nachdem die Leistung gleich Arbeit durch Zeit ist (<strong>P = E / t</strong>), hängen Wirkung und Leistung ebenfalls eng zusammen: <strong>S = P ⋅ t<sup>2</sup></strong><br />
In Worten: ich kann die selbe Wirkung erzielen mit halber Leistung, aber in vierfacher Zeit.</p>
<p>Damit ist klar, dass Leistung, an sich betrachtet, schnell in hirnlose Energieverschwendung mündet  &#8211; Hauptsache viel geschafft! Von anderer Seite betrachtet, wird die Bedeutung der Wirkung noch klarer. Auf ihrer <a href="http://www.eine-weibliche-physik.de/ewp5-physik/ewp54-wirkung/ewp54_wirkung.html">lesenswerten Seite</a> über &#8220;Grundfragen der Physik, neu gestellt und beantwortet von einer Frau&#8221; schreibt Brunhild Krüger:</p>
<blockquote><p>Angenommen, mir stünden 1 kWh an Energie zur Verfügung:<br />
Mit einer Glühlampe, die eine Leistung von 100 Watt hat, könnte ich damit einen Raum für 10 Stunden  ausleuchten. [...] Will ich jedoch nur ein Buch lesen, genügt eine Tischlampe mit 40 Watt, die ich 25 Stunden lang betreiben kann, ehe die verfügbare Energie verbraucht wäre.[...]<br />
<strong>Je geringer die eingesetzte Leistung ist, um so mehr hat man von der vorhandenen Energie.</strong></p></blockquote>
<p>Immer mehr Leistung &#8211; das bedeutet immer mehr Energie in noch kürzerer Zeit zu verbrauchen. Aber in der Regel kommt es doch darauf an, welche Wirkung erzielt wird. Das gilt für Maschinen genau wie für Publikationen. Statt auf Leistung zu pochen, wie in der grauenhaften Diskussion um den sogenannten <em>Leistungsschutz</em> der Verlage, sollten die Publizisten besser dafür sorgen, dass ihre Arbeit <em>Wirkung</em> zeigt.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Mit etwas Glück und Salz und mit Pfeffer<br />
Erzielt man manchmal völlig ungeahnte Treffer<br />
Ist denn Verlass, dass das nachher schmeckt?<br />
Die Hauptsache ist der Effekt</em><br />
<small>Günter Neumann, &#8220;Giftmischerrumba&#8221;</small></p>
<p><small><img class="alignleft" style="padding-right: 5px;" src="/wp-content/uploads/uhr3.png" alt="" /></small></p>
<p><!-- Metaphysik Spekulation Snow --></p>
 <img src="http://www.slow-media.net/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?view=1&post_id=1462" width="1" height="1" style="display: none;" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.slow-media.net/leistung-oder-wirkung/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wozu noch Verlage?</title>
		<link>http://www.slow-media.net/wozu-noch-verlage</link>
		<comments>http://www.slow-media.net/wozu-noch-verlage#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 14:45:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschriften]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.slow-media.net/?p=1763</guid>
		<description><![CDATA[Was konnte er dafür, daß er in der Literatur sein ganzes Leben lang ›nur‹ Verleger gewesen war? Er hatte begriffen, daß die Literatur einen Verleger nötig hatte, und er hatte das sehr zur rechten Zeit begriffen; dafür sei ihm Ehre und Ruhm &#8211; natürlich von der Art, wie es einem Verleger zukommt. (F.M. Dostojewski) Online-Journalismus? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>Was konnte er dafür, daß er in der Literatur sein ganzes Leben lang ›nur‹ Verleger gewesen war? Er hatte begriffen, daß die Literatur einen Verleger nötig hatte, und er hatte das sehr zur rechten Zeit begriffen; dafür sei ihm Ehre und Ruhm &#8211; natürlich von der Art, wie es einem Verleger zukommt.</em><br />
(F.M. Dostojewski)</p>
<p>Online-Journalismus? Ich habe diese Bindestrich-Journalismen sowieso nie so richtig verstanden, aber mit Online-Journalismus (Wikipedia: &#8220;Aufbauprinzip ist der nicht-lineare Hypertext&#8221; tue ich mich besonders schwer. Geht es um Online als Werkzeug für die journalistische Recherche oder redaktionelle Abläufe oder um Online als Gattung? Auf dem <a href="http://www.hr-online.de/website/specials/ftoj/index.jsp">6. Frankfurter Tag des Online-Journalismus</a> bin ich auf beide Strömungen gestoßen. Ich glaube, dass etwas mehr Klarheit in dieser Unterscheidung für den Online-Journalismus (wie auch immer gemeint) wichtig wäre.</p>
<p><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/AP_Cygne.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1765" style="margin: 5px;" title="AP_Cygne" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/AP_Cygne-216x300.jpg" alt="" width="194" height="270" /></a>So plätscherte das Abschlusspodium zwischen Jakob Augstein (Der Freitag), Mercedes Bunz (Guardian), Stephan Baumann (DFKI) und mir eher beschaulich vor sich hin, ohne dass das Diskussionspotential dieser Fragen genutzt wurde. Zum Beispiel für die Klärung der Frage, ob das Thema Blogger vs. Journalisten heute noch relevant sei. Hier wurde munter durcheinander und aneinander vorbei von Bloggern als Persönlichkeiten, Bloggen als Erwerbsquelle, Blogs als Publikationstechnologie und Blogposts als journalistische Form gesprochen.</p>
<p><strong>Welche Funktion werden Verlage in Zukunft ausüben?</strong></p>
<p>Für mich die spannendste Frage blieb leider unbeantwortet: Welche Funktion werden Verlage in Zukunft ausüben? Der klassische Verlagsbegriff sieht seit der frühen Neuzeit die Aufgabe des Verlegers darin, finanzielle Mittel und Rohstoffe wie Werkzeuge herbeizuschaffen (= &#8220;verlegen&#8221;), die für die Produktion einer Ware notwendig sind &#8211; ganz gleich ob es sich dabei um einen Teppich oder ein Buch handelt. Mit dem Aufkommen der industriellen Massengesellschaft bzw. Aufmerksamkeitsökonomie und der Zuspitzen des Verlagsbegriffs auf die Medienproduktion wurde dann der zweite Aspekt der Herstellung von Aufmerksamkeit für das Medium hinzu.</p>
<p>Wenn wir heute von digitalen Medien wie z.B. Blogs oder eBooks sprechen, passt die klassische Verlagsdefinition nicht mehr. Die Werkzeuge und Rohstoffe der Medienproduktion sind mittlerweile demokratisiert. WordPress und Mediawiki sind frei verfügbar. Jeder könnte also theoretisch publizistisch tätig werden. Viele tun genau dies. Auch für das Herstellen von Aufmerksamkeit kann die Verlagswelt kein Monopol mehr beanspruchen, da zunehmend die Empfehlung innerhalb sozialer Netzwerke bzw. einer themenbezogenen Community für die Rezeption eines Mediums wichtiger ist als klassische Marketingmaßnahmen. Buchbesprechungen in Zeitungen und das Auslegen von Flyern haben keinen nennenswerten Effekt auf den Absatz mehr, während Marketinginstrumente wie AdWords oder Suchmaschinenoptimierung Verlagen wie unabhängigen Publizisten gleichermaßen zur Verfügung stehen.</p>
<p><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/petersberg.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1778" title="petersberg" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/petersberg.jpg" alt="" width="600" height="226" /></a><br />
Wo also liegt heute noch die Aufgabe des Verlags? Auf dem Podium rückte ziemlich schnell der Aspekt der Finanzierung in den Mittelpunkt. So betonte Mercedes Bunz, dass guter Journalismus eben Geld koste und dafür brauche es einen Verlag. Ein Modell wie Wikipedia funktioniere nicht für den Journalismus. Diese Argumentation ist aus einer Slow-Media-Perspektive ebenso empirisch falsch wie politisch gefährlich.</p>
<p>Zum einen gibt es genügend Beispiele von Blogs, Foren oder Wikis, die außerhalb von Verlagen qualitativ hochwertigen Journalismus in Form von Kommentaren, Essays, Berichten etc. produzieren. Viel problematischer ist jedoch der andere Punkt. Wenn Verlage und Redakteure sich auf die Argumentation einlassen, dass die wichtigste Aufgabe des Verlags im digitalen Zeitalter in der Finanzierung von Journalismus liege, dann sehe ich keinen zwingenden Grund, warum die Medienlandschaft überhaupt noch Verlage braucht. Diese Aufgabe könnten auch Banken erledigen.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/villon.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1780" title="villon" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/villon.jpg" alt="" width="540" height="222" /></a><br />
Wem daran liegt, dass Verlage auch in Zukunft noch eine Bedeutung haben sollen, der sollte sich nicht auf diese Argumentation einlassen und etwas mehr Phantasie bemühen, wenn es um die verlegerische Selbstbeschreibung geht. Wenn man gute, langsame Medien wie z.B. Wired, Brand eins oder Intelligent Life ansieht, dann machen die Verlage und Redakteure hier so unglaublich viel mehr als ihre Journalisten finanziell über Wasser zu halten. Sie diskutieren und setzen Themen, verbinden Design und Inhalt, arbeiten Ausgabe für Ausgabe am roten Faden ihres Mediums, garantieren ein hohes Qualitätsniveau und entwickeln ein Gespür für die Wünsche wie Erwartungen ihrer Leser. Dafür benötigt man Verlage heute wie in Zukunft und nicht allein für das regelmäßige Auszahlen des Taschengelds an ihre Mitarbeiter.</p>
<p>An diesen Stellen entsteht auch der Mehrwert zwischen den Gedanken im Kopf eines Autors und dem fertigen Produkt. Verlage, die ihrem Publikum nicht glaubhaft demonstrieren können, dass sie mehrwertfähig sind, haben nicht nur ein Kommunikationsproblem, sondern sind früher oder später in ihrer Existenz bedroht. Und das zu Recht.</p>
<p>Links zum Thema:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.hr-online.de/website/specials/ftoj/index.jsp?rubrik=34470">Videoaufzeichnungen aller Vorträge</a> auf der Webseite des Hessischen Rundfunks</li>
<li>Mein Gastbeitrag &#8220;<a href="http://boersenblatt.net/385809/">Lob der Langsamkeit</a>&#8221; im Börsenblatt zu einem ganz ähnlichen Thema.
<li>Zusammenfassender <a href="http://blog.sperr-objekt.de/content/134-Frankfurter-Tag-des-Online-Journalismus.html">Blogpost</a> von Matthias Gutjahr</li>
</ul>
<p><!-- TEX Knuth Kunstbücher Digitaldruck Indigo --></p>
 <img src="http://www.slow-media.net/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?view=1&post_id=1763" width="1" height="1" style="display: none;" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.slow-media.net/wozu-noch-verlage/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Papier und ökologische Nachhaltigkeit</title>
		<link>http://www.slow-media.net/papier-und-nachhaltigkeit</link>
		<comments>http://www.slow-media.net/papier-und-nachhaltigkeit#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 07 May 2010 08:59:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jbenno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Slow theory]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschriften]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>
		<category><![CDATA[forest stewadship council]]></category>
		<category><![CDATA[frischfaser]]></category>
		<category><![CDATA[fsc]]></category>
		<category><![CDATA[hans christian andersen]]></category>
		<category><![CDATA[holz]]></category>
		<category><![CDATA[holzwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[mediamundo]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[papier]]></category>
		<category><![CDATA[recycling]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.slow-media.net/?p=1416</guid>
		<description><![CDATA[[Read Post in English] &#8220;Nachhaltigkeit&#8221;, sagt der Mann in dem Video auf der Leinwand, &#8220;das ist für mich wenn man immer dasselbe macht. Das Gegenteil von flexibel&#8221;. - Für mich einer der stärksten Momente auf dem Mediamundo Kongress zur nachhaltigen Medienproduktion, der dieser Tage in Berlin stattfand. Für die einen ist der Begriff schon zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><small><a href="http://en.slow-media.net/paper-and-sustainability"><img src="http://www.galerieroyal.de/wp-content/plugins/langswitch_flags/uk.png" alt="" />[Read Post in English]</a></small></p>
<p><img class="alignleft" style="padding-right: 5px;" title="Traunsteiner Salzmeier-Zyklus" src="/wp-content/uploads/2010/05/salzmeier.jpg" alt="Traunsteiner Salzmeierzyklus" width="60%" /> <em>&#8220;Nachhaltigkeit&#8221;,</em> sagt der Mann in dem Video auf der Leinwand, <em>&#8220;das ist für mich wenn man immer dasselbe macht. Das Gegenteil von flexibel&#8221;.</em><br />
- Für mich einer der stärksten Momente auf dem <em><a href="http://www.mediamundo.biz/">Mediamundo Kongress</a></em> zur nachhaltigen Medienproduktion, der dieser Tage in Berlin stattfand.</p>
<p>Für die einen ist der Begriff schon zum <a href="http://www.welt.de/welt_print/article2915779/Das-Spiel-mit-der-Nachhaltigkeit.html">Marketing-Buzzword</a> verkommen, während er für die meisten Menschen schlicht missverstanden wird. Gute Voraussetzungen, eine leere Hülse zu werden, ein <em>toter Begriff</em>.</p>
<p>Der Term Nachhaltigkeit stammt aus der Forstwirtschaft. Den Waldbauern ist bereits seit Jahrhunderten klar, dass man nur soviel abholzen darf, wie nachwachsen kann &#8211; da in dieser Industrie oft zwei oder mehr Generationen zwischen Saat und Ernte vergehen, ist es nicht verwunderlich, dass spätestens mit Aufkommen sehr holzintensiver Produkte am Ende des Mittelalters, wie den wachsenden Flotten immer größerer Segelschiffe oder den <a href="http://www.rauchfangkehrer.com/umwelt/nachhaltigkeit/index.html">Salinen</a> mit stark zunehmendem Bedarf an Brennstoff zum Verdampfen der Sole, die nachhaltige Wirtschaft explizit in die Ökonomie Eingang gefunden hatte. Erst im Zeitalter des Stahl und der Steinkohle &#8211; später des Erdöls &#8211; wurde das Konzept Nachhaltigkeit zunächst scheinbar überflüssig.</p>
<p>***</p>
<p>Von den etwa <a href="http://www.bir.org/pdf/MagnaghiWorldReport2008.pdf">390 Millionen Tonnen</a> Papier, die jährlich produziert werden, verbrauchen <a href="http://faostat.fao.org/site/626/default.aspx#ancor">Europa und die USA</a> alleine knapp die Hälfte. Deutschland, mit einem pro-Kopf-Verbrauch von 256 kg pro Jahr (1950 waren es gerade einmal 40 kg), liegt dabei nur knapp hinter den USA und weit über dem europäischen Durchschnitt. Alleine der Anteil von 7,4 Millionen Tonnen Papier in Deutschland, die aus frisch geschlagenem Holz und nicht aus Altpapier hergestellt werden, entspricht etwa der Menge die Afrika als Ganzes verbraucht. Zunächst sind es die gewaltigen Waldflächen &#8211; 20% der globalen Holzernte werden für Papier verwendet; mehr als 50 Millionen Kubikmeter alleine in Deutschland. Daneben schlägt vor allem der Wasserverbrauch bei der Papierherstellung zu Buche. 7 Liter Wasser werden für ein Kilogramm Papier verbraucht, der größte Teil davon bleibt als giftiges Abwasser zurück.</p>
<p>Bis Druckerzeugnis nachhaltig produziert werden, scheint es also noch ein weiter Weg. Zwar werden Tageszeitungen heute vollständig aus Altpapier hergestellt, bei allen anderen Drucksachen ist der Altpapieranteil aber seit Jahren <a href="http://www.awm-muenchen.de/index/abfalllexikon/liste/eintrag/papier.html?no_cache=1">rückläufig</a>. Es gilt drei Ziele zu verfolgen, sollen Printmedien ökologisch nachhaltig werden:</p>
<p><strong>1) Vermeiden</strong><br />
Insbesondere bei Werbedrucksachen bleibt es unverständlich, wie selbst grundsätzlich wertvolle Marken ungeniert Spam-Mailings an nahezu ungefilterte Verteiler schicken. Auch die Katalogversender schaffen es so gut wie nie, sich auf Kunden einzustellen, die das Altpapier leid sind, das regelmäßig Briefkasten und Papiertonne verstopft. Von den Schweinebauchanzeigen und Beilegern, die die meisten Zeitungsleser ohnehin aus der Zeitung direkt in die Tonne schütteln (&#8220;de-bonning&#8221; &#8211; ja, das hat sogar einen Namen!). Dann das Ausdrucken von Mails und anderem Büro-Kram. Und schließlich auch ein Appell an die Drucker-Hersteller: solange es selbst technisch geschultes Personal nicht schafft, auf Anhieb zweiseitig Auszudrucken, bleibt die Rückseite eben ungenutzt.</p>
<p><strong>2) Wiederverwerten</strong><br />
Recycling-Papier <a href="http://www.greenpeace.ch/uploads/tx_ttproducts/datasheet/2005_Facts_recyclingpapier.pdf">muss wieder Standard werden</a>. Die öffentlichen Verwaltungen in Deutschland berufen oft sich auf EU-Recht und sehen in der Einschränkung auf bestimmte Papiersorten eine Wettbewerbsverzerrung. Auch bei öffentlichen Ausschreibungen wird keine Recycling-Quote vorgegeben. Dass dies nur ein Vorwand ist, belegen die Niederlande mit ihrer Selbstverpflichtung zu ökologischem Papier in der Verwaltung. Aber auch hier sind die Hardware-Hersteller gefragt: solange unklar bleibt, inwieweit Recycling-Papier zu höherem Verschleiß und häufigerer Wartung der Geräte führt, bleibt beim Einsatz von Recycling-Papier zumindest Unsicherheit.</p>
<p><strong>3) Zertifizieren</strong><br />
Auch eine strikt ökologisch Ausgerichtete Druckerei ist auf Papier mit Frischfasern angewiesen. Auf Bäume als Rohstoff ist nicht zu verzichten. Aber genau hier liegt ja eine der Stärken von Papier im Vergleich etwa zu elektronischen Medien: es ist nachwachsender Rohstoff, ja in gewissem Umfang wird sogar CO2 in Papier dauerhaft gebunden. Es ist Zeit für eine Rückbesinnung auf die Waldwirtschaft der Zeit vor der industriellen Revolution &#8211; das Holz, dass geschlagen wird, nachwachsen lassen.</p>
<p><img class="alignleft" style="padding-right: 5px;" title="FSC Deutschland" src="/wp-content/uploads/2010/05/FSC-Logo_schwarz_3000x3000.JPG" alt="" width="30%" /> International transparente Testate wie die Zertifizierung der <em><a href="http://fsc-deutschland.de/">Forest Stewardship Council</a></em> geben den Papierverarbeitern die Sicherheit, tatsächlich nachhaltig produzierten Rohstoff zu kaufen und nicht nur Greenwashing zu betreiben. Erfreulicher Weise wird das FSC-Zertifikat bereits in weiten Teilen der Industrie anerkannt und eingesetzt. Die Nachfrage nach sauberem Holz ist allerdings so stark, dass es kaum möglich ist, den Bedarf mit FSC-Zertifiziertem Wald zu decken. Damit es nicht reine Utopie bleibt, muss ein Zertifikat Kompromisse eingehen, was natürlich auch nicht unproblematisch ist. <em>&#8220;Während wir für die einen schon als unglaubwürdig gelten, sind unsere Kriterien für viele andere gleichzeitig immernoch unbezahlbar.&#8221;</em>, beschreibt Uwe Sayer von FSC Deutschland die Zwickmühle zwischen Glaubwürdigkeit und Praxis.</p>
<p>***</p>
<p>Papier ist ein wunderbares Medium &#8211; es hält seinen Inhalt unter einigermaßen guten Bedingungen über Jahrhunderte lesbar. Keine <a href="http://www.slow-media.net/rote-liste-der-bedrohten-medien">Abspielgeräte</a> sind notwendig, keine Stromversorgung. Unter diesem Aspekt ist Papier an sich schon immer nachhaltig. Umso wichtiger ist es, jetzt den Schritt zu gehen, auch der Papier<em>erzeugung</em> eine langfristige Perspektive für die Zukunft zu geben!</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Nein, das ist eine Überraschung! Und eine herrliche Überraschung!&#8221; sagte das Papier. &#8220;Nun bin ich feiner als zuvor, und nun werde ich beschrieben werden! Was kann nicht alles geschrieben werden! Das ist doch ein außerordentliches Glück!&#8221; Es wurden die allerschönsten Geschichten darauf geschrieben, und die Leute hörten, was darauf stand, und es war richtig und gut, es machte die Menschen weit klüger und besser, als sie bisher waren, es war ein wahrer Segen, der dem Papier in den Worten gegeben war. </em><small>Hans Christian Andersen, Der Flachs.</small></p></blockquote>
<p><!--TEX Knuth Kunstbücher Digitaldruck Indigo--></p>
 <img src="http://www.slow-media.net/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?view=1&post_id=1416" width="1" height="1" style="display: none;" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.slow-media.net/papier-und-nachhaltigkeit/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Make: Magazine</title>
		<link>http://www.slow-media.net/make-magazine</link>
		<comments>http://www.slow-media.net/make-magazine#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 14 Apr 2010 20:07:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitschriften]]></category>
		<category><![CDATA[basteln]]></category>
		<category><![CDATA[boingboing]]></category>
		<category><![CDATA[diy]]></category>
		<category><![CDATA[geeks]]></category>
		<category><![CDATA[kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[make]]></category>
		<category><![CDATA[mark frauenfelder]]></category>
		<category><![CDATA[nerds]]></category>
		<category><![CDATA[usa]]></category>
		<category><![CDATA[zeitschrift]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.slow-media.net/?p=1227</guid>
		<description><![CDATA[Was für eine Zeitschrift! Ich muss gestehen, dass ich trotz regelmäßige Boingboing-Lektüre erst relativ spät auf Make: (herausgegeben von Mark Frauenfelder) gestoßen bin, aber bei dem Thema DIY-3D-Manufacturing im aktuellen Heft bin ich aufgesprungen. Beim Durchlesen einiger Artikel im Online-Archiv habe ich dann sofort gespürt, dass ich das schon vor fünf Jahren hätte tun müssen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/2010/04/make21.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1229" style="margin: 5px;" title="make21" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/2010/04/make21.jpg" alt="" width="153" height="213" /></a>Was für eine Zeitschrift! Ich muss gestehen, dass ich trotz regelmäßige <a href="http://boingboing.net/">Boingboing-Lektüre</a> erst relativ spät auf <a href="http://www.makezine.com/">Make:</a> (herausgegeben von Mark Frauenfelder) gestoßen bin, aber bei dem Thema <a href="http://www.arduino.cc/">DIY</a>-<a href="http://buildyourcnc.com/default.aspx">3D</a>-<a href="http://www.makerbot.com/">Manufacturing</a> im aktuellen Heft bin ich aufgesprungen. Beim Durchlesen einiger Artikel im Online-Archiv habe ich dann sofort gespürt, dass ich das schon vor fünf Jahren hätte tun müssen. Für mich gibt es wenige Magazine, die so gut die <a href="http://www.slow-media.net/manifest/">Tugenden von Slow Media</a> veranschaulichen wie dieses Heft.</p>
<p>Das Thema des Heftes: Basteln in allen Varianten. <a href="http://blog.makezine.com/archive/2010/04/how_to_hack_toy_eegs.html">Digital</a> oder <a href="http://blog.makezine.com/archive/2010/03/interns_corner_building_the_geared.html">analog</a>. Alleine im <a href="http://makezine.com/21/cbg/">Keller</a> oder in der Gruppe in der <a href="http://makered.makezine.com/">Schule</a>. <a href="http://makezine.com/21/diyoutdoors_snowgun/">Nützliches</a> oder <a href="http://blog.makezine.com/archive/2010/04/great_american_horn_machine_plays_m.html">Spinnereien</a>. Für <a href="http://blog.makezine.com/archive/2010/04/doodle_desk_is_exquisite_drawing_su.html">Kleinkinder</a> oder <a href="http://blog.makezine.com/archive/2010/02/make_projects_-_label-etching_a_gla.html">Großeltern</a>. Schnelle <a href="http://blog.makezine.com/science_room/">Experimente</a> oder <a href="http://blog.makezine.com/archive/2008/04/make_interview_diy_video.html">lebenslange Projekte</a>. Die Zeitschrift richtet sich also an die v.a. in den USA anscheinend sehr ausgeprägte DIY-Szene. Aber das Thema ist in allerhöchster Qualität umgesetzt: Das Layout, der Titel, die Papierqualität, die Farben &#8211; alles das fühlt sich sehr gut an und machen das Heft zu einer angenehmen Offline-Erfahrung.</p>
<p>Aber das Heft ist nur der Anfang. Online gibt es <a href="http://www.make-digital.com/make/vol22#pg1">im Archiv</a> (für Abonnenten) alle Beiträge der Hefte und (für alle) einige Heftbeiträge sowie im Blog kontinuierlich neue Bauanleitungen, Ergänzungen zu den gedruckten Beiträgen. Fast jeder Beitrag im Heft verweist auf Ressourcen im Web, detaillierte Baupläne und die Webprojekte der Gastautoren. Wer zum Beispiel die <a href="http://makezine.com/21/diyscience_esp/">ESP Lampe von John Iovine</a>, die auf der Basis der Registrierung radioaktiver Teilchen in <a href="http://www.slow-media.net/the-on-line-encyclopedia-of-integer-sequences">echten Zufallszahlenrhythmen</a> aufleuchtet und zum Beispiel benutzt werden kann, um <a href="http://www.igpp.de/german/welcome.htm">außersinnliche Wahrnehmungsfähigkeiten</a> zu testen, nachbauen möchte, könnte dies theoretisch auch mit den frei verfügbaren Informationen auf der Webseite tun. Naja, vielleicht wenn sie oder er sehr geübt ist.</p>
<p>Was mich durchweg begeistert, sind die Autoren, viele darunter auch Gastautoren, deren Begeisterung für ihre Projekte in jedem Satz zu spüren ist. Zum Beispiel in einem der schönsten Projekte des letzten Heftes: &#8220;<a href="http://makezine.com/21/build_notes/">The Drill Rod</a>&#8220;. Russ Byrer, Pensionär und Bootsbesitzer in Florida, suchte nach einem leicht verstaubaren Gefährt für die abendlichen Bierholfahrten im Yachthafen. Er fand ein kleines Kindermotorrad, das er mithilfe eines Akkuschraubers als Antriebsquelle aufmotorisierte. Sein Text ist allerbeste Technounterhaltung mit einem feinen Gespür für die Ironie der Leser. Am Schluss steht eine Episode (die leider nur mit dem Foto richtig gut verständlich ist), in der er beschreibt, wie er nach dem Heckenschneiden auf seinem &#8220;Drill Rod&#8221; die heruntergefallenen Äste einsammelt:</p>
<blockquote><p>I decided to ride the Drill Rod. On the way back home, I passed a city maintenance truck. The guy inside just stared and shook his head as if to say, &#8220;You know that people can see you, don&#8217;t you?&#8221;</p></blockquote>
<p>Und am Wochenende, wenn ich von der <a href="http://re-publica.de/10/event-list/slow-media-fast-media-no-media/">re:publica</a> zurück bin, mache ich mich endlich an die kindersicheren Bambusschwerter. Versprochen!</p>
<p><small><br />
Auch andere Zeitschriften haben ihre slowen Seiten:<br />
<a href="http://www.slow-media.net/spektrum-der-wissenschaft">Spektrum der Wissenschaft</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/die-brand-eins">Die Brand Eins</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/wired-magazine">Wired Magazine</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/kunstforum-international-200-ausgaben">Kunstforum International: 200 Ausgaben</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/widerspruch-munchner-zeitschrift-fur-philosophie">Widerspruch – Münchner Zeitschrift für Philosophie</a><br />
</small></p>
 <img src="http://www.slow-media.net/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?view=1&post_id=1227" width="1" height="1" style="display: none;" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.slow-media.net/make-magazine/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Spektrum der Wissenschaft</title>
		<link>http://www.slow-media.net/spektrum-der-wissenschaft</link>
		<comments>http://www.slow-media.net/spektrum-der-wissenschaft#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 19:24:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jbenno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Webseiten]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschriften]]></category>
		<category><![CDATA[cern]]></category>
		<category><![CDATA[david chalmers]]></category>
		<category><![CDATA[douglas hofstadter]]></category>
		<category><![CDATA[edgar dahl]]></category>
		<category><![CDATA[erde 3.0]]></category>
		<category><![CDATA[john searle]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[lhc]]></category>
		<category><![CDATA[Raumschiff Erde]]></category>
		<category><![CDATA[scientific american]]></category>
		<category><![CDATA[spektrum der wissenschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.slow-media.net/?p=35</guid>
		<description><![CDATA[[Read Post in English] Was die Physiker als &#8220;Standardmodell&#8221; der Teilchenphysik bezeichnen – um seinen vorläufigen Charakter anzudeuten –, liefert eine beeindruckende Deutung vieler Aspekte unserer Welt. Spektrum.de / Weltbild vor dem Umbruch Heute ist der große Tag am LHC, dem großen Teilchenbeschleuniger am europäischen Forschungsinstitut CERN. Warum ist es uns wichtig, dass durch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.spektrum.de"><img src="/wp-content/uploads/2010/03/943880.gif" alt="" /></a><small><a href="http://en.slow-media.net/scientific-american-my-first-30-years"><img src="http://www.galerieroyal.de/wp-content/plugins/langswitch_flags/uk.png" />[Read Post in English]</a></small><br />
<em>Was die Physiker als &#8220;Standardmodell&#8221; der Teilchenphysik bezeichnen – um seinen vorläufigen Charakter anzudeuten –, liefert eine beeindruckende Deutung vieler Aspekte unserer Welt. <small><a href="http://www.spektrum.de/artikel/969244&amp;_z=798888">Spektrum.de / Weltbild vor dem Umbruch</a></small></em></p>
<p>Heute ist der große Tag am <a href="http://www.spektrum.de/artikel/1026662&amp;_z=798888">LHC</a>, dem großen Teilchenbeschleuniger am europäischen Forschungsinstitut CERN. Warum ist es uns wichtig, dass durch die gewaltigen Energien immer feinere Details unserer Welt für uns erkennbar werden? Weil nur durch die Beobachtung offenbar wird, ob unser Bild der Welt, unser Modell, dass wir zu ihrer Erklärung konstruieren, zur Vorhersage von Tatsachen, von Wirklichkeit taugt. </small></p>
<p>Seit Mai 1980, genau dreißig Jahre lese ich das <a href="http://www.spektrum.de">Spektrum der Wissenschaften</a> (anfangs allerdings waren es eher die mystischen Bilder, die mich in ihren Bann zogen &#8211; die meisten Artikel habe ich noch nicht verstanden). Viele der wissenschaftlichen Projekte, die dieser Tage Eingang in die allgemeine Presse finden, waren von Anfang an dabei. An Tagen wie heute wird mir bewusst, was für ein schöner, dialektischer Prozess die Wissenschaft sein kann. Über Jahre hinweg werden Modelle spekuliert, wird die Existenz neue Bausteine unserer Welt daraus abgeleitet &#8211; wie etwa das <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/omega-tau-podcast/allgemein/2010-03-28/omega-tau-30-der-large-hadron-collider">Higgs-Boson</a>, für dessen experimentellen Nachweis schließlich die enorme Anstrengung in Genf unternommen wird. Wenn man diese Entwicklung nur von hinten &#8211; von der Veröffentlichung der <em>bahnbrechenden</em> Nachrichten her liest, kann man nicht verstehen, die Wissenschaft funktioniert.</p>
<p>Die Ruhe, diesen Prozess Monat für Monat nachzuzeichnen, ist für mich die herausragende Qualität des Spektrum. &#8211; Für und Wider der unterschiedlichen Standpunkte, und zwar Quer durch alle Wissenschaften. &#8211; und nicht zuletzt die Philosophie. Hier habe ich zum ersten Mal von John Searls &#8220;<a href="http://globetrotter.berkeley.edu/people/Searle/searle-con4.html">Chinesischem Zimmer</a>&#8221; gelesen (Jan 1990) &#8211; und habe seine Kritik an <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Philosophy_of_artificial_intelligence">Dougles Hofstadters Vorstellung</a> menschlichen Automaten als Befreiung empfunden; hier bin ich zum ersten Mal <a href="http://consc.net/chalmers/">David Chalmers</a> &#8220;<a href="http://www.spektrum.de/artikel/822825&amp;_z=798888">Rätsel des bewussten Erlebens</a>&#8221; begegnet, und wie darin die Möglichkeit zum <em>empirischen</em> Erkenntnisgewinn über uns <em>selbst</em> radikal in Frage gestellt wird.</p>
<p>Vielen Streitgespräche auf Wissenschafts-Blogs oder auf Twitter sparen sich den Punkt, um den sich auch sonst viele Wissenschaftler durch die Konzentration auf das empirisch Machbare allzuleicht herumdrücken: die impliziten Grundlagen von Erkenntnis. Wenn in wissenschafts-ethischen Diskursen gefordert wird, <a href="http://www.zeit.de/2007/38/Glosse-38?page=all">ohne Scheuklappen zu diskutieren</a>, so ist damit meist gemeint, dass man ernste Bedenken, die das Vorgehen in Frage stellen würden, bitte hier nicht zu äußern habe. Doch eben Dispute wie Searle oder Chalmers sie liefern, sorgen für den nötigen Raum zur Selbstreflexion. Das ist für mich eine der herausragenden Stärken von Spektrum. Und dadurch werden mir auch Artikel lesbar (und sogar lesenswert), wie der Essey des Religionskritiers Edgar Dahl <a href="http://www.spektrum.de/artikel/1019958">&#8220;Die Würde des Menschen ist antastbar!&#8221;</a> im März-Heft.</p>
<p>Und liegt mir Dahls Menschenwürde noch schwer im Magen, so liefert dieselbe Ausgabe auch wunderbar leichte Kost: Gleich die Titelgeschichte macht sich auf <a href="http://www.spektrum.de/artikel/1019950">die Suche nach den Geschwistern der Sonne</a> &#8211; eine poetisches Überschrift &#8211; und wir machen uns auf eine Reise, fünf Milliarden Jahren zurück, sehen, wie eine Supernova in nächster Nähe explodiert und wie die Sonne und ihre Geschwister ihre Kinderstube verlassen und sich langsam über die ganze Milchstraße zerstreuen; reine Utopie!</p>
<p>Bereits Ende der Achtziger wird der Klimawandel thematisiert (leider geht das Online-Archiv nur bis 1993 &#8211; immerhin das Geburtsjahr des Browsers, aber der älteste Artikel, an den ich mich erinnere war Juni 1989). Auch zur Zeit läuft eine Reihe unter dem etwas großspurigen Namen &#8220;Erde 3.0&#8243; und auch hier verharrt Spektrum nicht beim Altbekannten, sondern stellt in zum Teil abenteuerlichen Projekten Alternativen vor. <a href="http://www.spektrum.de/artikel/1023392">Landwirtschaft in Hochhäusern</a> zum Beispiel. </p>
<p><em><a href="http://www.scientificamerican.com/">Scientific American</a></em>, dessen deutsche Ausgabe das Spektrum der Wissenschaft ist, scheint mir auch eines der ganz wenigen Medienprodukte zu sein, dass wirklich durch seine Internationalität profitiert. Eine Zeit lange habe ich die amerikanische Ausgabe gelesen, musste aber feststellen, dass einem durch das deutsche Spektrum nichts verloren geht.</p>
<p>Spektrum ist auch die einzige allgemeinwissenschaftliche Publikation, die ich kenne, die in jeder Ausgabe der <a href="http://www.science-shop.de/artikel/791772">Mathematik</a> ihren Platz gibt &#8211; mindestens in einem, häufig, wie im aktuellen Heft sogar in mehreren Artikeln.</p>
<p>Und wenn ich mich gefangen fühlen, in der Wirrsal des Alltags &#8211; dann denke ich an den eschatologischen Beitrag zum <a href="http://www.spektrum.de/artikel/940836&amp;_z=798888">&#8220;Das Ende des Raumschiffs Erde&#8221;</a>. Ja, in <a href="http://www.longnow.org/">geologischen Zeiträumen</a> ist das Ende der Erde bereits nahe; schon bald verschluckt die sterbende Sonne alles Leben.</p>
<p>Spektrum inspiriert. Es ist für mich persönlich mein wichtigste Slow-Medium.</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2010/03/sdw1.jpg" /></p>
<p>Weitere Beiträge auf <a href="http://www.slow-media.net">slow-media.net</a> über Zeitschriften:<br />
<a href="http://www.slow-media.net/die-brand-eins">Die Brand Eins</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/wired-magazine">Wired Magazine</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/kunstforum-international-200-ausgaben">Kunstforum International: 200 Ausgaben</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/widerspruch-munchner-zeitschrift-fur-philosophie">Widerspruch &#8211; Münchner Zeitschrift für Philosophie</a><br />
<!-- Metaphysik Spekulation Snow --></p>
 <img src="http://www.slow-media.net/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?view=1&post_id=35" width="1" height="1" style="display: none;" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.slow-media.net/spektrum-der-wissenschaft/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der umgekehrte Turing-Test</title>
		<link>http://www.slow-media.net/turing</link>
		<comments>http://www.slow-media.net/turing#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Mar 2010 15:10:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Slow theory]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschriften]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>
		<category><![CDATA[alan turing]]></category>
		<category><![CDATA[geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[reverse turing-test]]></category>
		<category><![CDATA[zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.slow-media.net/?p=968</guid>
		<description><![CDATA[Im Oktober dieses Jahres jährt sich die Veröffentlichung von Alan Turings Paper &#8220;Computing Machinery and Intelligence&#8220;, das damals in der philosophischen Zeitschrift Mind veröffentlicht wurde, zum 60. Mal. Zwei Jahre später, im Turing-Jahr 2012, wird dann wahrscheinlich auf zahlreichen Symposien und Konferenzen über die gegenwärtige Bedeutung des Turing-Tests debattiert und gestritten. Kurz zusammengefasst beschreibt Turing [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Oktober dieses Jahres jährt sich die Veröffentlichung von Alan Turings Paper &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Computing_Machinery_and_Intelligence">Computing Machinery and Intelligence</a>&#8220;, das damals in der philosophischen Zeitschrift Mind veröffentlicht wurde, zum 60. Mal. Zwei Jahre später, im <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Alan_Turing">Turing-Jahr</a> 2012, wird dann wahrscheinlich auf zahlreichen Symposien und Konferenzen über die <a href="http://crl.ucsd.edu/~saygin/papers/MMTT.pdf">gegenwärtige Bedeutung des Turing-Tests</a> debattiert und gestritten. Kurz zusammengefasst beschreibt Turing ein Testsetup, das dazu geeignet ist, menschliche und computerisierte Intelligenz voneinander zu unterscheiden.</p>
<p>Dieses Konzept, obwohl auf den ersten Blick  aus einem ganz anderen Diskurs stammend, hat für mich einen sehr spannenden Berührungspunkt mit der gegenwärtigen Diskussion über die Folgen der Internetgesellschaft. Unser <a href="http://www.slow-media.net/manifest/">Slow Media-Manifest</a> skizziert in 14 Punkten eine denkbare Zukunft der (Qualitäts-)Medienproduktion. In den letzten Tagen habe ich immer wieder mit Journalisten und Redakteuren über die faszinierenden Möglichkeiten gesprochen, die sich durch Slow Media für Zeitungen und Zeitschriften eröffnen.</p>
<p>Ein immer wieder diskutiertes Thema war dabei die Frage: Haben auch Tageszeitungen, die wie kein anderes Medium derzeit von einer Sinnkrise befallen sind, eine Zukunft? Können sich auch Medien, deren Kernaufgabe die tägliche Information einer breiten Öffentlichkeit ist, unter dem Zeichen von Slow Media neu erfinden und hierin neue Geschäftsmodelle entwickeln? Welchen Qualitätskriterien müssen Tageszeitungen unter Slow-Media-Gesichtspunkten genügen?</p>
<p>Was wir an dieser Stelle brauchen, ist eine Art umgekehrter Turing-Test. Denn in der zweiten historischen Phase des Internets sehen sich gedruckte Tageszeitungen nicht mehr nur in Konkurrenz mit den Produkten ihrer Onlineredaktionen, sondern zunehmend auch in Konkurrenz mit <a href="http://eigentaste.berkeley.edu/info.php">Computer-Algorithmen</a>. Hinter Plattformen wie Google News oder Rivva stehen keine Redakteure mehr, sondern programmierte Selektionsregeln auf Grundlage der Vernetzung von Internetquellen, ganz gleich ob dies Webseiten oder persönliche Profile sind. Was die Geschwindigkeit und das Volumen betrifft, haben die Algorithmen ihre menschlichen Vorläufer schon lange überholt. Und auch in Punkto Relevanz ist die Distanz nicht mehr allzu groß.</p>
<p>Hier kommt der umgekehrte Turing-Test ins Spiel, der nicht abbildet, wie nah die künstliche Intelligenz an die humane heranrückt, sondern das genaue Gegenteil: die Möglichkeiten der menschlichen Intelligenz, eine inhaltliche und formale Qualität zu schaffen, die jenseits der Möglichkeiten der Algorithmen liegt. Wenn sich der Mantel von Tageszeitungen, was Auswahl und Präsentation der Nachrichten, von automatisierten Angeboten à la Google News nicht mehr unterscheidet, haben die Redakteure den umgekehrten Turing-Test nicht bestanden. In diesem Fall ist ihre Verhandlungsposition denkbar schlecht, denn warum sollten sie für dasselbe Ergebnis ein Vielfaches an Belohnung erhalten. Darüber hinaus: Algorithmen sind keine Gewerkschaftsmitglieder und brauchen keine Pausenräume. Diesen Konkurrenzkampf haben die Redakteure und Journalisten längst verloren, auch wenn sie noch so gute Lobbyarbeit für die Wirkung von Printprodukten machen.</p>
<p>Genau darin liegt aber auch die Chance. Zeitungen und Zeitschriften, die den umgekehrten Turing-Test bestehen und ein Ergebnis liefern, das in dieser Form nie und nimmer von einem Computer hätte errechnet werden können, haben eine Zukunft. Hinter diesen Medien stecken echte Menschen. Und das wichtigste ist: das merkt man auch.</p>
 <img src="http://www.slow-media.net/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?view=1&post_id=968" width="1" height="1" style="display: none;" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.slow-media.net/turing/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die &#8220;brand eins&#8221;</title>
		<link>http://www.slow-media.net/die-brand-eins</link>
		<comments>http://www.slow-media.net/die-brand-eins#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 10:10:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabria</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschriften]]></category>
		<category><![CDATA[brand eins]]></category>
		<category><![CDATA[Cluetrain]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Manifest]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Werte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.slow-media.net/?p=730</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Slow Media,&#8221; sagt meine Freundin Anna, &#8220;das ist für mich die brand eins.&#8221; Immer, wenn sie bei ihrem Freund Peter &#8211; einem brand eins Abonnenten &#8211; zu Besuch ist und Zeit und Muße hat, nimmt sie sich eine Ausgabe des Wirtschaftsmagazins. Es ist jedesmal schön, darin zu lesen, sagt sie. &#8220;Ganz egal, ob es die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Slow Media,&#8221; sagt meine Freundin Anna, &#8220;das ist für mich die brand eins.&#8221; Immer, wenn sie bei ihrem Freund Peter &#8211; einem brand eins Abonnenten &#8211;  zu Besuch ist und Zeit und Muße hat, nimmt sie sich eine Ausgabe des Wirtschaftsmagazins. Es ist jedesmal schön, darin zu lesen, sagt sie. &#8220;Ganz egal, ob es die aktuelle Ausgabe ist, oder eine aus dem letzten Jahr.  Die <a href="http://www.brandeins.de/">brand eins</a> ist immer lesenswert und gut gemacht, auch wenn mir nicht jeder Beitrag gefällt.&#8221; Das ist ziemlich genau auf den Punkt und beschreibt etwas, was ich mediale <em>Nachhaltigkeit</em> nennen möchte: Die souveräne Strahlkraft eines gut gemachten Print-Magazins über die Aktualität und den einzelnen Abonnenten hinaus. Eine brand eins bleibt über Monate und Jahre frisch. Und sie reicht für mehrere Leser.</p>
<p>Slow Media, sagen wir, sind von Menschen gemacht und das merkt man. Und so spürt man hinter der brand eins auch immer die Menschen, die sie machen und die immer schon, auch nach dem Scheitern des Vorgängers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Econy">Econy</a>, an dieses Wirtschaftsmagazin geglaubt haben. Daran, dass Wirtschaft und Ethik zusammenzudenken sind. Daran, dass Wirtschaftsthemen und hochwertiges Editorial Design (nach wie vor in der Verantwortung von Mike Meiré) zusammengehören. Nicht dass die Chefredakteurin Gabriele Fischer und ihr Team alle Beiträge selbst schrieben. Aber die <em>Haltung</em>, mit der sie der Welt und ihren Lesern gegenübertreten, und die Werte, nach denen sie ihr Magazin realisieren, schwingen bei allem wie ein durchgehender Grundton mit.</p>
<p>Alles Show? Nein. Diese Werte finden sich &#8211; ohne ins Detail gehen zu wollen &#8211; konsequenterweise auch in den Autorenverträgen wieder. Autoren geben hier in dem selbem Umfang Nutzungsrechte ab wie bei anderen Zeitschriften, aber sie tun es hier als geschätztes und respektiertes Gegenüber. Hinter den Kulissen wird Praktikanten vermittelt, dass ein Beitrag auch nach einem Jahr noch mit Gewinn zu lesen sein muss. Die Wirkung der brand eins auf meine Freundin Anna ist also kein Zufall, sondern erklärtes Ziel. Ein Qualitäts-<a href="http://www.freischreiber.de/home/freie-sind-die-die-es-geschafft-haben">Luxus</a>, bei dem es eben nicht nur um das Abverkaufen geht, sondern auch um das Nachwirken.</p>
<div id="attachment_753" class="wp-caption alignnone" style="width: 193px"><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/2010/02/brandeins21.jpg"><img class="size-medium wp-image-753" title="brandeins2" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/2010/02/brandeins21-224x300.jpg" alt="" width="183" height="244" /></a><p class="wp-caption-text">Das Aprilheft 2000 der brandeins</p></div>
<p>Diese Haltung macht mutige Entscheidungen möglich. Wie das Aprilheft des Jahres 2000 (Nachhaltigkeit: bisher 10 Jahre). Es ist ein Sonderheft. Die ersten 30 Seiten sind dem damals noch weitgehend unbekannten <a href="http://www.cluetrain.com/">Cluetrain-Manifest </a>und seinen 95 Thesen zum Wandel der Märkte durch das Internet gewidmet (heute ist es längst ein visionärer Klassiker mit ungebrochener Aktualität). Es hat die Menschen, die brand eins machen, damals bewegt. Und sie haben sich von ihrer Inspiration leiten lassen, mitten im Aktienrausch, der gerade Mitte März 2000 seinen Höhepunkt hatte. &#8220;Hatten wir uns bei aller Begeisterung für den Gründer-Boom von der Neuen Wirtschaft nicht mehr erhofft als immer neue Millionäre?&#8221;, fragt Gabriele Fischer im Editorial dieser Ausgabe. Konzern-Manager und Politiker wollten zu dieser Frage keine Stellung nehmen, sie &#8220;ließen sich durch ihre Pressesprecher mit Zeitmangel entschuldigen.&#8221; Sie aber fanden es wichtig.</p>
<p>Wann entstand das Aprilheft? <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:NASDAQ_IXIC_-_dot-com_bubble.png&amp;filetimestamp=20050426161953">Vor</a> dem Absturz? Im Moment der Wende? Wie es auch war. Es war mutig, in diesem Moment so deutlich auf einen krassen Gegenentwurf zu setzen. Wenn es einem nur ums Verkaufen geht, macht man sowas nicht.</p>
<p>Die gute Nachricht also für alle, die die Kategorie &#8220;Slow&#8221; für realitätsfern halten, lautet: Mediennutzer merken, mit welcher Haltung und welchem Anspruch ein Medium produziert wird. Sie sind bereit, dafür zu bezahlen. Slow Media können gut <em>und</em> <a href="http://twitter.com/brandeins/status/1657734964">erfolgreich</a> sein.</p>
<p>Nun mag man einwenden, dass Anna die brand eins, die sie so schätzt, nicht selbst gekauft hat &#8211; dass Inspiration schön und gut ist, dem Verlag aber kein Geld bringt. Eine Antwort darauf gibt Annas Freund Peter: Loyalität. Der treue brand eins Abonnent gestand mir neulich, dass er in den letzten Monaten gar keine Zeit mehr findet, das Magazin zu lesen. Aber dass er trotzdem nie im Leben auf die Idee käme, deswegen sein brand eins Abo zu kündigen.  Dass sie für ihn einfach dazugehört, egal wieviel Zeit er grade zum Lesen hat. Das ist Bindung zwischen einem Medium und seiner Leserschaft.</p>
<div id="attachment_758" class="wp-caption alignnone" style="width: 162px"><a href="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/2010/02/MENSCH.jpg"><img class="size-medium wp-image-758" title="MENSCH" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/2010/02/MENSCH-300x224.jpg" alt="" width="152" height="113" /></a><p class="wp-caption-text">Cluetrain-These 2 in der brandeins 3/2000</p></div>
<p><span style="text-decoration: underline;">Nachtrag</span>:</p>
<p>Die Frage &#8220;Wann entstand das Aprilheft?&#8221; hat Gabriele Fischer beantwortet: Die Dotcom-Blase blähte sich tatsächlich noch auf, als die April-Ausgabe in der ersten Märzwoche 2000 produziert wurde. Als sie nach dem 13. März platzte, war das Cluetrain-Sonderheft der brand eins schon in Druck.</p>
<p>Weitere Beiträge auf <a href="http://www.slow-media.net">slow-media.net</a> über Zeitschriften:<br />
<a href="http://www.slow-media.net/spektrum-der-wissenschaft">Spektrum der Wissenschaft</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/wired-magazine">Wired Magazine</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/kunstforum-international-200-ausgaben">Kunstforum International: 200 Ausgaben</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/widerspruch-munchner-zeitschrift-fur-philosophie">Widerspruch &#8211; Münchner Zeitschrift für Philosophie</a></p>
 <img src="http://www.slow-media.net/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?view=1&post_id=730" width="1" height="1" style="display: none;" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.slow-media.net/die-brand-eins/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wired Magazine</title>
		<link>http://www.slow-media.net/wired-magazine</link>
		<comments>http://www.slow-media.net/wired-magazine#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 11:07:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jbenno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Webseiten]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschriften]]></category>
		<category><![CDATA[hotwired]]></category>
		<category><![CDATA[louis rosetto]]></category>
		<category><![CDATA[mcluhan]]></category>
		<category><![CDATA[mosaic browser]]></category>
		<category><![CDATA[qualitätsjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[wired]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.slow-media.net/?p=28</guid>
		<description><![CDATA[“We know a lot about digital technology, and we are bored with it. Tell us something we’ve never heard before, in a way we’ve never seen before.&#8221; Das ist die Vision von Louis Rosetto. Durch diese Vision motiviert, gründete er Wired 1993 &#8211; in dem Jahr, in dem mit Mosaic der erste Browser verfügbar war, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-10" src="/wp-content/uploads/2010/01/5.jpg" width="20%" style="padding-right:15px;padding-bottom:15px;"/><em>“We know a lot about digital technology, and we are bored with it. Tell us something we’ve never heard before, in a way we’ve never seen before.&#8221;</em></p>
<p>Das ist die Vision von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Anez09zUlLE">Louis Rosetto</a>. Durch diese Vision motiviert, gründete er <a href="http://www.wired.com"><em>Wired</em></a> 1993 &#8211; in dem <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/1993#Events_of_1993">Jahr</a>, in dem mit <a href="http://www.ncsa.illinois.edu/Projects/mosaic.html"><em>Mosaic</em></a> der erste Browser verfügbar war, der das Internet tatsächlich als Medium erscheinen lies. Und bis heute ist Wired die verlässliche Chronik des <a href="http://www.wired.com/culture/culturereviews/magazine/16-05/found">Internet-Zeitalters</a>.</p>
<p>Das faszinierende an Wired ist dabei die Position, die das Medium einnimmt. Es steht wunderbar erhoben zwischen dem technokratischen Positivismus der Computer- und PC-Zeitschriften einerseits und dem Kulturpessimismus der klassischen Feuilletons andererseits, bei denen oft schon allein durch den digitalen Analphabetismus ihrer Redakteure eine relevante inhaltliche Auseinandersetzung verhindert wird.<br />
Wired ist anders. Wired ist radikal liberal, offen, ja gerade süchtig nach Wandel &#8211; stets ohne Verantwortlungslosigkeit das Wort zu reden. Neben der Freude über die Veränderungen von Kommunikation, (Welt-)Gesellschaft und -Kultur, zieht sich die Auseinandersetzung über Klimawandel und Nachhaltigkeit genau wie über Bildungs- und Gesundheitspolitik von Anfang an durch die Reportagen. Die einzige Lösung sieht Wired in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fortschritt">Fortschritt</a>, und zwar nicht nur in technologischem, sondern gerade in gesellschaftlich-kulturellem. Ein schönes Beispiel dafür ist &#8220;<a href="http://www.wired.com/wired/archive/14.05/">der Aufstand (oder Aufstieg?) der <em>Neo Green</em></a>&#8220;.</p>
<p>Legendär ist der Stil: Typografie, Layout und insbesondere der Einsatz von <a href="http://www.wired.com/techbiz/media/magazine/16-03/st_15covercolors">Sonderdruckfarben</a> machen das Heft jeden Monat zu einem optischen Genuss. Stilprägend war auch von Anfang an die Übertragung der Inhalte ins Internet, der <a href="http://www.webreference.com/dev/hotstyle/">Hotwired-Style</a>. Und allem Paid-Content-Gerede zum Trotz verkauft sich das gedruckte Heft wohl gerade weil (und nicht obwohl) die Inhalte sofort kostenlos online verfügbar sind &#8211; und bleiben.<br />
Großartig auch, wie alle Beiträge mit <a href="http://www.wired.com/wired/issue/17-08">Original-Fotostrecken</a> illustriert und bereichert werden.<br />
<img src="/wp-content/uploads/2010/01/8_9.jpg" /><br />
<small>Die &#8220;Kreide-Tertiär-Grenze&#8221; der Online-Welt: die Stapelhöhe der Jahrgänge 2000 und 2001 zeigt anschaulich, was unter <em>Krise</em> verstanden werden kann.</small></p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2010/01/2.jpg" /><img src="/wp-content/uploads/2010/01/3.jpg" /><br />
<small><em>The medium, or process, of our time-electric technology- is reshaping and restructuring patterns of social interdependence and every aspect of our personal life.</em> &#8211; Programmatisches <a href="http://www.amazon.de/gp/product/1584230703?ie=UTF8&#038;tag=wwweigenarbeo-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=1584230703">McLuhan-Zitat</a> aus der ersten Ausgabe</small></p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2010/01/1.jpg" /><br />
<small>18 Jahre &#8211; konstant guter Stil</small></p>
<p>
<hl><br />
<br />
Weitere Beiträge auf <a href="http://www.slow-media.net">slow-media.net</a> über Zeitschriften:<br />
<a href="http://www.slow-media.net/spektrum-der-wissenschaft">Spektrum der Wissenschaft</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/die-brand-eins">Die Brand Eins</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/kunstforum-international-200-ausgaben">Kunstforum International: 200 Ausgaben</a><br />
<a href="http://www.slow-media.net/widerspruch-munchner-zeitschrift-fur-philosophie">Widerspruch &#8211; Münchner Zeitschrift für Philosophie</a></p>
 <img src="http://www.slow-media.net/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?view=1&post_id=28" width="1" height="1" style="display: none;" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.slow-media.net/wired-magazine/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
