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	<title>Comments on: Das postdigitale Zeitalter</title>
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	<description>Das Blog über Slow Media - &#60;a href=&#34;http://slow-media.net/manifest&#34;&#62;Was sind Slow Media?&#60;/a&#62;</description>
	<lastBuildDate>Thu, 02 Feb 2012 14:42:37 +0000</lastBuildDate>
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		<title>By: Brett</title>
		<link>http://www.slow-media.net/das-postdigitale-zeitalter/comment-page-1#comment-551</link>
		<dc:creator>Brett</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 09:49:37 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.slow-media.net/?p=2302#comment-551</guid>
		<description>Ja, stimmt: Postkolonialismus war oder ist auch eine bestimmte &quot;geistige Strömung&quot;, das war mir gar nicht bewusst: &quot;Postkolonialismus bezeichnet zum einen die Zeit nach dem Kolonialismus, also nach der Erkämpfung der Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Darüber hinaus ist Postkolonialismus eine wissenschaftliche Strömung, die unter anderem in Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft und der politischen Theorie beheimatet ist.&quot;
Das bringt mich aber nicht ab davon, dieses grassierende Präfix &quot;post&quot; für eine merkwürdige akademische Marotte zu halten, die immer ein Ersatz für das fehlende Wort ist, dass das Neue tatsächlich bezeichnen würde. Man sagt ja auch nicht Nach-Renaissance zum Barock oder Nach-Klassik zur Romantik. 
Beim &quot;Postdigitalismus&quot; - um beim Thema zu bleiben ;) - stört mich zum einen, dass ich weiterhin eher epochale Anfänge sehe, als dass irgendetwas zum Ende gekommen wäre, zum anderen dass Vorgänge in einer sozialen Nischen gleich mit einem Begriff belegt werden, der so eine riesige Flügelspannweite hat. 
Aber ich gebe dir recht, dass der Übergang von der &quot;revolutionären&quot; Phase der Digitalisierung in die digitale Normalität ein interssanter Kipp-Punkt ist bzw. sein wird. Interessant z.B. die Zahlen zu &quot;Foursquare&quot;, die neulich der Webevangelist (glaube ich) recherchiert hatte. Foursquare scheint hierzulande außer die Ober-Digitalisten, vor allem die gewerblich mit Kommunikation zu tun haben, keinen Normal-Menschen zu interessieren (jedenfalls bislang). 
Das könnte ein Hinweis sein: Neue Funktionen könnten es zunehmend schwerer haben, auf einer Hypewelle nach oben zu reiten. Auch z.B. Google Wave wurde nicht mehr als der messianische Durchbruch aufgegriffen, der Wave gerne sein wollte. Dieses Schulterzucken gegenüber weiteren digitalen Neuerungen wird man vielleicht künftig öfter erleben und ist ein Zeichen dafür, dass die Menschen damit begonnen haben, sich einfach ihren jeweils persönlichen Gebrauch des Webs zurechtzuschnitzen. Aber diese Massennutzer des Internets, die ihre Postfächer bei t-online, gmx oder Web.de haben, die waren nie &quot;Digitalisten&quot; und können daher jetzt auch nicht als Postdigitalisten gelten. Um den Digitalismus hinter sich zu lassen, muss man ja erst mal Digitalist gewesen sein. Solche Leute gibt es sicherlich ... das liegt in der Natur des Internets, dass vieles sich abnutzt und langweilig wird.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, stimmt: Postkolonialismus war oder ist auch eine bestimmte &#8220;geistige Strömung&#8221;, das war mir gar nicht bewusst: &#8220;Postkolonialismus bezeichnet zum einen die Zeit nach dem Kolonialismus, also nach der Erkämpfung der Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Darüber hinaus ist Postkolonialismus eine wissenschaftliche Strömung, die unter anderem in Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft und der politischen Theorie beheimatet ist.&#8221;<br />
Das bringt mich aber nicht ab davon, dieses grassierende Präfix &#8220;post&#8221; für eine merkwürdige akademische Marotte zu halten, die immer ein Ersatz für das fehlende Wort ist, dass das Neue tatsächlich bezeichnen würde. Man sagt ja auch nicht Nach-Renaissance zum Barock oder Nach-Klassik zur Romantik.<br />
Beim &#8220;Postdigitalismus&#8221; &#8211; um beim Thema zu bleiben <img src='http://www.slow-media.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  &#8211; stört mich zum einen, dass ich weiterhin eher epochale Anfänge sehe, als dass irgendetwas zum Ende gekommen wäre, zum anderen dass Vorgänge in einer sozialen Nischen gleich mit einem Begriff belegt werden, der so eine riesige Flügelspannweite hat.<br />
Aber ich gebe dir recht, dass der Übergang von der &#8220;revolutionären&#8221; Phase der Digitalisierung in die digitale Normalität ein interssanter Kipp-Punkt ist bzw. sein wird. Interessant z.B. die Zahlen zu &#8220;Foursquare&#8221;, die neulich der Webevangelist (glaube ich) recherchiert hatte. Foursquare scheint hierzulande außer die Ober-Digitalisten, vor allem die gewerblich mit Kommunikation zu tun haben, keinen Normal-Menschen zu interessieren (jedenfalls bislang).<br />
Das könnte ein Hinweis sein: Neue Funktionen könnten es zunehmend schwerer haben, auf einer Hypewelle nach oben zu reiten. Auch z.B. Google Wave wurde nicht mehr als der messianische Durchbruch aufgegriffen, der Wave gerne sein wollte. Dieses Schulterzucken gegenüber weiteren digitalen Neuerungen wird man vielleicht künftig öfter erleben und ist ein Zeichen dafür, dass die Menschen damit begonnen haben, sich einfach ihren jeweils persönlichen Gebrauch des Webs zurechtzuschnitzen. Aber diese Massennutzer des Internets, die ihre Postfächer bei t-online, gmx oder Web.de haben, die waren nie &#8220;Digitalisten&#8221; und können daher jetzt auch nicht als Postdigitalisten gelten. Um den Digitalismus hinter sich zu lassen, muss man ja erst mal Digitalist gewesen sein. Solche Leute gibt es sicherlich &#8230; das liegt in der Natur des Internets, dass vieles sich abnutzt und langweilig wird.</p>
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		<title>By: benedikt</title>
		<link>http://www.slow-media.net/das-postdigitale-zeitalter/comment-page-1#comment-550</link>
		<dc:creator>benedikt</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 16:15:08 +0000</pubDate>
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		<description>@Brett &quot;Post-Begriffe sind ja meistens nur der Versuch, einer Veränderung einen Namen zu geben, ohne dass man diese Veränderung eben klar definieren und bezeichnen könnte&quot;

Gerade nicht, bzw. das kommt auf den jeweiligen Post-Begriff an. Postmaterialismus zum Beispiel lässt sich sehr klar definieren und sogar so operationalisieren, dass man damit Sozialforschung betreiben kann. Das wird auch schon seit mehreren Jahrzehnten erfolgreich getan.

Postkolonialismus jedoch meint nicht das Ende der Kolonialstrategien, sondern neue Kolonial- und Antikolonialstrategien, die sich zum Teil auf die alten Strategien berufen, zum Teil aber auch nicht. Kurz: Postkolonialismus ist das Durcheinander, das entsteht, wenn die brutale Ordnungsmacht des Kolonialismus zusammenbricht.

Was die Medizin betrifft, sehe ich schon zahlreiche Anzeichen für ein postmedizinisches Gesundheitssystem.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Brett &#8220;Post-Begriffe sind ja meistens nur der Versuch, einer Veränderung einen Namen zu geben, ohne dass man diese Veränderung eben klar definieren und bezeichnen könnte&#8221;</p>
<p>Gerade nicht, bzw. das kommt auf den jeweiligen Post-Begriff an. Postmaterialismus zum Beispiel lässt sich sehr klar definieren und sogar so operationalisieren, dass man damit Sozialforschung betreiben kann. Das wird auch schon seit mehreren Jahrzehnten erfolgreich getan.</p>
<p>Postkolonialismus jedoch meint nicht das Ende der Kolonialstrategien, sondern neue Kolonial- und Antikolonialstrategien, die sich zum Teil auf die alten Strategien berufen, zum Teil aber auch nicht. Kurz: Postkolonialismus ist das Durcheinander, das entsteht, wenn die brutale Ordnungsmacht des Kolonialismus zusammenbricht.</p>
<p>Was die Medizin betrifft, sehe ich schon zahlreiche Anzeichen für ein postmedizinisches Gesundheitssystem.</p>
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		<title>By: Brett</title>
		<link>http://www.slow-media.net/das-postdigitale-zeitalter/comment-page-1#comment-549</link>
		<dc:creator>Brett</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 10:58:16 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.slow-media.net/?p=2302#comment-549</guid>
		<description>Ähem, ehrlich gesagt, entschuldige bitte vielmals, ... das kommt mir jetzt vor wie Unfug. 
Die These ist: &quot;Wir leben längst in einem postdigitalen Zeitalter&quot;.
Abgesehen davon, dass in dem &quot;wir&quot; eine Totalität bzw. Pauschalität eingebaut ist, die sicherlich nur eine Chimäre ist, ist &quot;längst&quot; zumindest fragwürdig und &quot;postdigital&quot; ein Begriff, den du dir erst mühseligst übers Knie brechen musst, damit du etwas hast, was gemeint sein könnte. Und &quot;Zeitalter&quot; dürfte auch ein Wort sein, das für den kurzen Erfahrungshorizont um mehrere Jahrzehnte zu hoch hochgegriffen ist.
Noch mal zum &quot;wir&quot;: Die Menschen in Deutschland (wenn wir den Rahmen mal so abstecken wollen) sind unterschiedlich tief in die digitale Welt involviert. Generell ist z.B. die Internet-Affinität bei den höher Gebildeten und finanziell besser Situierten höher. Der Nutzungsgrad von Internet und Smartphones korreliert außerdem stark mit Beruf, Lebensphase und vermutlich gibt es auch ein Stadt-Land-Gefälle (gibt ja auch Gegenden, die sich noch gar nicht breitbandig erschlossen). Und 90% der Weltbevölkerung sind NICHT Mitglied bei Facebook, auch wenn Facebook immer so auftritt, als wären alle Menschen verfacebookt. Demgegenüber soll es (ich kenne solche Leute allerdings nicht persönlich) Menschen geben, die vom Internet als ihrem &quot;Lebensraum&quot; sprechen. Das wären dann die &quot;Digitalisten&quot;. Dass einzelne der Digitalisten nach einigen Jahren aus diesem Lebensraum zurückprallen und eventuell das schöne Gesumme der Bienen um die Beerensträucher auf einer Waldlichtung wiederentdecken, würde mich wenig wundern, denn als &quot;Lebensraum&quot; sind die digitalen Welten vor allem ein körperloser und erfahrungsloser Illusionsraum. Als Digitalist lebt man nun einmal in einer Wahrnehmungswüste - der Spaß ist begrenzt und scheint vor allem darauf zu beruhen, ständig von irgendwem gefavt zu werden, &quot;but you never get your lips wet, no you don&#039;t&quot;. Die Digital-Junkies werden - IMHO - unvermeidlich früher oder später zu Rückkehrern bzw. sie beginnen wenigstens zu versuchen, Leben und Digitalsucht auszubalancieren. 
Nun meinst du: &quot;Postdigitalismus bezeichnet die wahrgenommene Selbstverständlichkeit dieser Technologien.&quot; Das verstehe ich gar nicht, auch nicht als sprachlichen Parallelfall zu anderen Post-Päckchen. Wir leben doch nicht - z.B. - in einer Welt der &quot;Post-Medizin&quot;, nur weil uns das moderne Gesundheitssystem selbstverständlich geworden ist. Der Post-Kolonialismus meint auch nichts in dieser Richtung, sondern einfach das Zeitalter nach Ende der Kolonialstrategien. 
Alle diese Post-Begriffe sind ja meistens nur der Versuch, einer Veränderung einen Namen zu geben, ohne dass man diese Veränderung eben klar definieren und bezeichnen könnte. Ein Begriff fehlt - dann nennt man es eben &quot;Das-was-danach-kam&quot;. Solche Nebelbänke sind meistens eine gute Nahrungsgrundlage für das feuilletonistische Schaffen und das Hypostasieren &quot;gefühlter&quot; Bewusstseinslagen - es hat etwas von Stochern im Nebel, diese Nachzeiten-Begriffe. (Ich glaube in der Kunst sind wir schon bei der Post-Postmoderne angelangt.)  
Was mich aber noch mehr stört, ist der Gedanke, die Digitalisierung würde bereits im Wesentlichen abgeschlossen sein. Da sind noch unzählige Innovationen und mittelschwere Revolutionen in der Pipeline, während andererseits die Folgen der Digitalisierung sich gar nicht voll entfaltet haben. Die heute Dreißigjährigen werden eines Tages auch alt aussehen und nur noch mit Mühe das Innovationstempo mitgehen können. Und noch leben wir ja in einer Welt, wo es z.B. noch Tageszeitungen gibt und die TV-Stationen klassische Programmabläufe bedienen. Ich würde nicht darauf schwören, dass das so bleibt, und entsprechend tiefgreifend wird sich noch einiges in unserem Leben auf dem Weg in die durchdigitalisierte Gesellschaft ändern. 
Langer Rede, kurzer Sinn: &quot;Postdigitalismus&quot; ist ein Begriff, der wenig mit der Gegenwart und vermutlich nicht mit dem zu tun hat, was noch auf uns zu kommt. Ich würde den Begriff an deiner Stelle schnell wieder einrollen. Der Erkenntniswert liegt nahe bei Null. Scheint mir. Mit gleicher Berechtigung könnte man davon reden, dass wir noch mitten im prädigitalen Zeitalter leben (augmentierte Wahrnehmungen, Illusions-Sex, Auto mit Gedanken steuern etc. pp).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ähem, ehrlich gesagt, entschuldige bitte vielmals, &#8230; das kommt mir jetzt vor wie Unfug.<br />
Die These ist: &#8220;Wir leben längst in einem postdigitalen Zeitalter&#8221;.<br />
Abgesehen davon, dass in dem &#8220;wir&#8221; eine Totalität bzw. Pauschalität eingebaut ist, die sicherlich nur eine Chimäre ist, ist &#8220;längst&#8221; zumindest fragwürdig und &#8220;postdigital&#8221; ein Begriff, den du dir erst mühseligst übers Knie brechen musst, damit du etwas hast, was gemeint sein könnte. Und &#8220;Zeitalter&#8221; dürfte auch ein Wort sein, das für den kurzen Erfahrungshorizont um mehrere Jahrzehnte zu hoch hochgegriffen ist.<br />
Noch mal zum &#8220;wir&#8221;: Die Menschen in Deutschland (wenn wir den Rahmen mal so abstecken wollen) sind unterschiedlich tief in die digitale Welt involviert. Generell ist z.B. die Internet-Affinität bei den höher Gebildeten und finanziell besser Situierten höher. Der Nutzungsgrad von Internet und Smartphones korreliert außerdem stark mit Beruf, Lebensphase und vermutlich gibt es auch ein Stadt-Land-Gefälle (gibt ja auch Gegenden, die sich noch gar nicht breitbandig erschlossen). Und 90% der Weltbevölkerung sind NICHT Mitglied bei Facebook, auch wenn Facebook immer so auftritt, als wären alle Menschen verfacebookt. Demgegenüber soll es (ich kenne solche Leute allerdings nicht persönlich) Menschen geben, die vom Internet als ihrem &#8220;Lebensraum&#8221; sprechen. Das wären dann die &#8220;Digitalisten&#8221;. Dass einzelne der Digitalisten nach einigen Jahren aus diesem Lebensraum zurückprallen und eventuell das schöne Gesumme der Bienen um die Beerensträucher auf einer Waldlichtung wiederentdecken, würde mich wenig wundern, denn als &#8220;Lebensraum&#8221; sind die digitalen Welten vor allem ein körperloser und erfahrungsloser Illusionsraum. Als Digitalist lebt man nun einmal in einer Wahrnehmungswüste &#8211; der Spaß ist begrenzt und scheint vor allem darauf zu beruhen, ständig von irgendwem gefavt zu werden, &#8220;but you never get your lips wet, no you don&#8217;t&#8221;. Die Digital-Junkies werden &#8211; IMHO &#8211; unvermeidlich früher oder später zu Rückkehrern bzw. sie beginnen wenigstens zu versuchen, Leben und Digitalsucht auszubalancieren.<br />
Nun meinst du: &#8220;Postdigitalismus bezeichnet die wahrgenommene Selbstverständlichkeit dieser Technologien.&#8221; Das verstehe ich gar nicht, auch nicht als sprachlichen Parallelfall zu anderen Post-Päckchen. Wir leben doch nicht &#8211; z.B. &#8211; in einer Welt der &#8220;Post-Medizin&#8221;, nur weil uns das moderne Gesundheitssystem selbstverständlich geworden ist. Der Post-Kolonialismus meint auch nichts in dieser Richtung, sondern einfach das Zeitalter nach Ende der Kolonialstrategien.<br />
Alle diese Post-Begriffe sind ja meistens nur der Versuch, einer Veränderung einen Namen zu geben, ohne dass man diese Veränderung eben klar definieren und bezeichnen könnte. Ein Begriff fehlt &#8211; dann nennt man es eben &#8220;Das-was-danach-kam&#8221;. Solche Nebelbänke sind meistens eine gute Nahrungsgrundlage für das feuilletonistische Schaffen und das Hypostasieren &#8220;gefühlter&#8221; Bewusstseinslagen &#8211; es hat etwas von Stochern im Nebel, diese Nachzeiten-Begriffe. (Ich glaube in der Kunst sind wir schon bei der Post-Postmoderne angelangt.)<br />
Was mich aber noch mehr stört, ist der Gedanke, die Digitalisierung würde bereits im Wesentlichen abgeschlossen sein. Da sind noch unzählige Innovationen und mittelschwere Revolutionen in der Pipeline, während andererseits die Folgen der Digitalisierung sich gar nicht voll entfaltet haben. Die heute Dreißigjährigen werden eines Tages auch alt aussehen und nur noch mit Mühe das Innovationstempo mitgehen können. Und noch leben wir ja in einer Welt, wo es z.B. noch Tageszeitungen gibt und die TV-Stationen klassische Programmabläufe bedienen. Ich würde nicht darauf schwören, dass das so bleibt, und entsprechend tiefgreifend wird sich noch einiges in unserem Leben auf dem Weg in die durchdigitalisierte Gesellschaft ändern.<br />
Langer Rede, kurzer Sinn: &#8220;Postdigitalismus&#8221; ist ein Begriff, der wenig mit der Gegenwart und vermutlich nicht mit dem zu tun hat, was noch auf uns zu kommt. Ich würde den Begriff an deiner Stelle schnell wieder einrollen. Der Erkenntniswert liegt nahe bei Null. Scheint mir. Mit gleicher Berechtigung könnte man davon reden, dass wir noch mitten im prädigitalen Zeitalter leben (augmentierte Wahrnehmungen, Illusions-Sex, Auto mit Gedanken steuern etc. pp).</p>
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	<item>
		<title>By: Ragnar</title>
		<link>http://www.slow-media.net/das-postdigitale-zeitalter/comment-page-1#comment-547</link>
		<dc:creator>Ragnar</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 08:26:06 +0000</pubDate>
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		<description>wann bringt Tocotronic das Lied &quot;Postdigital ist besser&quot; raus?

Jens, 
danke, habe nun &quot;Wochenend-Wiedervorlage&quot; in meinen SlowMedia Wortschatz neu aufgenommen

Benedikt,
auch wenn ich in der Beschreibung des Postdigitalismus und der Digitalen Nativen wenig Unterschied sehe, finde ich Deine Gedankenanstöße  elementar wichtig.
Nach Jahrelanger Produktfiiertheit mit seinen Grabenkämpfen und Kriegen (vor allem zwischen Apple, Microsoft und Google) gehört die Frage wieder ins Bewusstsein: wie inspiert uns Technik bessef und vor allem zu was? Den teleologische Aspekt vermisse ich meist: wozu soll uns Internetbasierte Technik unterstüzen und helfen?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>wann bringt Tocotronic das Lied &#8220;Postdigital ist besser&#8221; raus?</p>
<p>Jens,<br />
danke, habe nun &#8220;Wochenend-Wiedervorlage&#8221; in meinen SlowMedia Wortschatz neu aufgenommen</p>
<p>Benedikt,<br />
auch wenn ich in der Beschreibung des Postdigitalismus und der Digitalen Nativen wenig Unterschied sehe, finde ich Deine Gedankenanstöße  elementar wichtig.<br />
Nach Jahrelanger Produktfiiertheit mit seinen Grabenkämpfen und Kriegen (vor allem zwischen Apple, Microsoft und Google) gehört die Frage wieder ins Bewusstsein: wie inspiert uns Technik bessef und vor allem zu was? Den teleologische Aspekt vermisse ich meist: wozu soll uns Internetbasierte Technik unterstüzen und helfen?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>By: Jens Best</title>
		<link>http://www.slow-media.net/das-postdigitale-zeitalter/comment-page-1#comment-544</link>
		<dc:creator>Jens Best</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 11:49:51 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.slow-media.net/?p=2302#comment-544</guid>
		<description>Danke für den Gedankenanstoss, Benedikt. Habe mir den Post auf Wochenend-Wiedervorlage gelegt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke für den Gedankenanstoss, Benedikt. Habe mir den Post auf Wochenend-Wiedervorlage gelegt.</p>
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