Theodore Gray: The Elements

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Theodore Gray: The ElementsIm 5. Jahrhundert vor Christus forderte Empedokles, dass die Welt aus einer endlichen Anzahl verschiedener Elemente bestünde. Seine Lehre von den Vier Elementen wurde für die nächsten 2000 Jahre ein Fundament der abendländischen Wissenschaft. Erst im 17. Jahrhundert wurde die Vorstellung, die Welt bestünde aus unterschiedlichen Verbindungen von Feuer, Wasser, Luft und Erde durch den irische Forscher Robert Boyle revidiert – allerdings nur, was die Anzahl und Art dieser Elemente betrifft. Dass es tatsächlich elementare Bestandteile gibt, kleinste Einheiten, die selbst noch die Eigenschaften der Materie tragen, selbst aber nicht weiter teilbar sind, ohne diese Eigenschaften zu verlieren, daran gibt es spätestens seit der Entdeckung des Periodensystems und der (Wieder-)Entdeckung des Atoms im 19. Jahrhundert keinen Zweifel mehr.

Und es sind tatsächlich erstaunlich wenig unterschiedliche Elemente: knapp über 90 verschiedene können auf der Erde gefunden werden. Das faszinierende an den Elementen sind ihre chemischen Eigenschaften, die sich in schöner Periodizität wiederholen, nicht ohne allerdings ab und zu spektakuläre Ausreißer auf Grund physikalischer Effekte zuzulassen. Dieses Periodensystem der Elemente, 1869 von Mendelejew entwickelt, bleibt in aller Regel Theorie, farblose Tabelle mit wenig anschaulichen Buchstaben und Zahlen darin. Dabei lässt sich gerade die Regelmäßigkeit in der Vielfalt der Elemente wunderbar visualisieren. Genau dies ist die Leistung von Theodore Gray, einem bekannten Unternehmer und Software-Pionier, Mitautor von Mathematica und eben Elementsammler.

Aus seinen tausenden von Element-Proben und Fundstücken hat Gray einen wunderbaren Bildband zusammengestellt, der anekdotisch Entdeckung, wichtige Eigenschaften und die persönliche Beziehung des Autors zum jeweiligen Element visualisiert; großformatig, Hardcover, Hochglanz.

Parallel dazu gibt es eine Website ‘periodictable.com’, auf der zu finden ist, was im Buch keinen Platz mehr hatte, oder was später zur Sammlung des Autors hinzugekommen ist.

Mad Science: Experiments You Can Do at Home - But Probably Shouldn'tIn einem zweiten Band “Mad Science: Experiments You Can Do at Home – But Probably Shouldn’t” geht es dann zur Praxis, ebenso bildstark inszeniert, wie überaus amüsant zu lesen. Zahlreiche Experimente habe ich erfolgreich durchgeführt und großen Spass dabei gehabt.

2 thoughts on “Theodore Gray: The Elements”

  1. Erst einmal Glückwunsch zu dieser Seite und ihrem Thema. “Slow” als Klugheitsregel im Gegensatz zum Getöse von Ruhm und Popularität ist allerdings seit den alten Griechen eine Kulturtechnik.

    Einen Hinweis zu den “Elementen”: Der antike Atomismus (seit dem 5. Jh. v. Chr.: Demokrit, Leukip, Epikur, Lukrez) war eine wichtige Inspiration für die Naturwissenschaften der Neuzeit und der Moderne (Beispiele sind Gassendi und Einstein).

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